Glyphosat: US Supreme Court entscheidet pro Bayer
Der Oberste Gerichtshof der USA hat ein richtungsweisendes Urteil im Fall Durnell zum Roundup-Wirkstoff Glyphosat veröffentlicht. Das Gericht bestätigt darin, dass das Bundesrecht explizit Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Bundesstaaten-Ebene ausschließt, wenn die US-Umweltbehörde EPA die Sicherheit eines Produkts eindeutig festgestellt hat.
Glyphosat zählt weltweit zu den am gründlichsten untersuchten Pflanzenschutzmitteln. Das Urteil bekräftigt die zentrale Rolle der Sicherheitsbewertung der US-Umweltbehörde EPA. Unternehmen können demnach nicht nach einem Flickenteppich einzelstaatlicher Vorgaben haftbar gemacht werden, wenn sie bundesrechtliche Anforderungen an Sicherheitshinweise erfüllen. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, die breite Zustimmung über ideologische Grenzen hinweg fand, dürfte die Rechtsstreitigkeiten um Roundup deutlich eindämmen.
„Dieses Urteil ist gut für die Landwirte in den USA, die weltweit zur Ernährungssicherung beitragen. Es schafft die regulatorische Klarheit, die innovative Unternehmen wie Bayer brauchen, um Agrarprodukte für die Produktion bezahlbarer Lebensmittel bereitzustellen“, sagte Bayer-Vorstandsvorsitzender Bill Anderson. „Die Rechtsstreitigkeiten belasten das Unternehmen finanziell erheblich und haben das öffentliche Vertrauen beschädigt. Dieses Urteil sorgt für längst überfällige Gerechtigkeit und Klarheit. Jetzt ist es höchste Zeit, dieses Kapitel abzuschließen. Gestützt auf die Entscheidung werden wir unsere mehrgleisige Strategie weiterverfolgen, einschließlich des bereits angekündigten Sammelvergleichs.“
Die Bestätigung des Urteils im Fall Durnell dürfte dazu führen, dass bestehende Klagen wegen angeblich unzureichender Warnhinweise nach einzelstaatlichem Recht abgewiesen und künftige Klagen verhindert werden. Auf dieser Argumentation beruht der Großteil der anhängigen Glyphosat-Klagen.
Im Februar 2026 hatte Monsanto mit Klägeranwälten einen Sammelvergleich zur Beilegung der Roundup-Rechtsstreitigkeiten in den USA geschlossen. Die langfristige Vereinbarung soll sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen wegen geltend gemachter Erkrankungen am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) beilegen. Monsanto hatte zuvor betont, dass der Sammelvergleich und das Verfahren vor dem Supreme Court unabhängige, zugleich aber sich ergänzende Bausteine der mehrgleisigen Strategie sind. Der Sammelvergleich wurde bereits vorläufig genehmigt und soll gemeinsam mit dem nun positiven Urteil wesentlich dazu beitragen, die Rechtsstreitigkeiten deutlich einzudämmen.
Die US-Umweltbehörde EPA hat wiederholt und eindeutig festgestellt, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung nicht krebserregend ist. Alle führenden Regulierungsbehörden weltweit sind bei eigenen Überprüfungen zu der gleichen Schlussfolgerung gekommen: von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bis hin zu Zulassungsbehörden in Asien und Lateinamerika. Es handelt sich also nicht um die Einschätzung einer einzelnen Behörde oder Regierung, sondern um einen weltweiten wissenschaftlichen Konsens.
In Frage gestellt wurde dieser wissenschaftliche Konsens nicht durch neue Erkenntnisse, sondern durch einen mehr als zehn Jahre alten Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). Klägeranwälte hatten diesen vor Gericht eingebracht, obwohl sämtliche führende Regulierungsbehörden den Schlussfolgerungen widersprechen. Die Tatsache, dass eine Minderheitsmeinung die Experteneinschätzung der nationalen Zulassungsbehörden und der Wissenschaft außer Kraft setzen durfte, obwohl das Bundesrecht eine einheitliche Bewertung vorschreibt, hat zu einem Flickenteppich an Anforderungen einzelner Jurys geführt – und zu Unsicherheiten für Hersteller, Landwirte und Konsumenten. Das jetzige Urteil stellt die Integrität des wissenschaftlichen Regulierungsprozesses mit unabhängigen Experten wieder her.

Jahrelang gab es durch die Klageindustrie keine Rechtssicherheit für die US-Landwirtschaft, was jedoch nicht wissenschaftlich begründet war. Glyphosatbasierte Herbizide sind ein Grundpfeiler der modernen, nachhaltigen Landwirtschaft. Sie tragen zur Ernährungssicherheit bei, halten die Produktionskosten bezahlbar und ermöglichen nachhaltigen Ackerbau ohne Pflügen. Nach fast zehn Jahren kontinuierlicher Angriffe durch die gut finanzierte Klageindustrie stellt das jetzige Urteil die regulatorische Klarheit wieder her, die die Landwirtschaft, die Ernährungsbranche und die amerikanischen Verbraucher benötigen. Das Urteil ermöglicht auch, das öffentliche Vertrauen in den wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit von glyphosatbasierten Herbiziden wiederherzustellen. Die Studien zur Sicherheit von Glyphosat, die von Regulierungsbehörden bei Überprüfungen in der jüngeren Vergangenheit herangezogen wurden, sind öffentlich verfügbar.
Monsanto strebt weiterhin die finale Genehmigung des angekündigten Sammelvergleichs an und setzt die mehrgleisige Strategie zur signifikanten Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup weiter fort.













