19.06.2026 • News

Evonik kündigt Struktur- und Sparmaßnahmen an

Der Essener Chemiekonzern plant den Abbau von etwa 3.200 Stellen und die Einstellung des unrentablen Polyester-Geschäfts.

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© Evonik

Evonik treibt die eigene Transformation konsequent voran und wird in den kommenden Jahren weitere Struktur- und Sparmaßnahmen umsetzen.

„Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach. Zugleich wird der internationale Wettbewerb immer härter“, sagte Vorstandschef Christian Kullmann. „In diesem Umfeld müssen wir stärker werden. Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand und wollen unsere Chancen nutzen.“

Die Maßnahmen, auf die sich Vorstand und Sozialpartner verständigt haben, beziehen weltweit sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten ein. Insgesamt sollen von 2027 bis Ende 2029 insgesamt 3.200 Stellen wegfallen, 2.150 davon in Deutschland. Evonik sieht dafür erhebliches Potenzial durch gesteigerte Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing. Zudem werden Optionen für Offshoring geprüft. Im Zuge des laufenden Konzernprogramms „Evonik Tailor Made“ sowie der Effizienzprogramme der Business Lines wird Evonik von Oktober 2023 bis Ende 2026 bereits rund 2.800 Stellen abbauen.

„Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet“, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Thomas Wessel. „Die Details dazu werden in den kommenden Wochen mit den Sozialpartnern ausgearbeitet.“

Im Segment Custom Solutions wird Evonik 2027 das globale Polyester-Geschäft einstellen. Dies betrifft die deutschen Standorte Witten und Marl sowie Shanghai, China.

„Das Polyester-Geschäft zu beenden und die Produktion zu schließen, ist ein wirtschaftlich alternativloser Schritt“, sagte Lauren Kjeldsen, im Vorstand zuständig für das Segment. „Der globale Wettbewerbsdruck, strukturelle Nachteile in Europa und eine sich verringernde Marktdynamik haben dazu geführt, dass keine der untersuchten Alternativen für Evonik wirtschaftlich dauerhaft tragbar gewesen wäre.“

Das Polyester-Geschäft steht für einen Jahresumsatz von rund 150 Mio. EUR und ist seit Jahren nicht mehr profitabel. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten wird 2027 geschlossen. Am Standort Marl fallen 45 Stellen weg, in der Produktionsanlage in Shanghai, China 35 Stellen.

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