18.03.2026 • News

IVA gibt vorerst Entwarnung bei Düngerversorgung

Trotz der Kriegshandlungen im Nahen Osten mit ihren globalen Auswirkungen bestehen in der aktuellen Düngesaison noch keine Probleme bei der Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit Mineraldüngern – so die Einschätzung des Industrieverbands Agrar (IVA).

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Bislang sind erste Auswirkungen auf die Preisentwicklung zwar spürbar, aber von Preisspitzen wie nach Russlands Überfall auf die Ukraine vor vier Jahren ist der Markt noch weit entfernt.

„Wir teilen die Sorge der Landwirtschaft, dass steigende Energiekosten Einfluss auf die Preiseentwicklung haben können. Garant für die Versorgungssicherheit der heimischen Landwirtschaft mit Mineraldüngern ist aber vor allem eine leistungsfähige inländische Düngemittel-Produktion. Die deutschen Hersteller allein können 75 Prozent des Bedarfs hierzulande mit ihren Anlagen decken“, erklärte Theresa Krato, Leiterin des Fachgebiets Pflanzenernährung und Biostimulanzien im IVA.

Besorgt hingegen schaut der IVA nach Brüssel, wo die Europäische Kommission erwägt, für Produzenten außerhalb des Binnenmarkts die Meistbegünstigungs-Zölle (MFN: Most Favoured Nation) auf Dünger und die Einführung des CO2-Grenzausgleichssystems CBAM für Düngemittel auszusetzen. Im Ergebnis werden dadurch die Wettbewerbsbedingungen für die europäische Industrie gegenüber anderen Lieferländern weiter verschlechtert, in denen Mineraldünger mit deutlich schlechteren Sozial-, Umwelt- und Klimastandards hergestellt werden. Ein abrupter Wechsel der Spielregeln untergräbt das Vertrauen der Unternehmen, die ihre Investitionen langfristig planen.

„Die EU-Kommission konstruiert ein Versorgungsrisiko, das faktisch nicht existiert, denn die bestehenden Importe und europäische Produktion decken den Bedarf längst verlässlich ab. Gleichzeitig hat die europäische Düngemittel-Industrie ihre Emissionen über Jahrzehnte deutlich gesenkt und zählt heute zu den weltweit klimafreundlichsten Herstellern,“ erklärt Krato: „Diese führende Rolle basiert auf hohen Investitionen in Effizienz und Dekarbonisierung. Die Aussetzung von CBAM und MFN‑Zöllen stellt jedoch die notwendigen Rahmenbedingungen infrage.“

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