20.04.2011 • News

Haniel will Celesio keine weiteren Großübernahmen finanzieren

Der Mehrheitseigner Haniel will dem Stuttgarter Pharmahändler Celesio  keine weiteren Großübernahmen finanzieren. "Erstens hat der Großaktionär Haniel nicht das dazu erforderliche Geld, um laufend große Akquisitionen vornehmen zu können", sagte Haniel-Chef Jürgen Kluge der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Mittwoch). "Zweitens muss man dann ja auch erst einmal etwas Passendes finden. Und zu guter Letzt macht es aus unserer Sicht keinen Sinn, sich aus Problemen heraus zu kaufen."

Wenn es Probleme mit der Regulierung wie etwa im Kerngeschäft mit den Apotheken gebe, dann sollten diese erst einmal behoben und der Bereich auf Vordermann gebracht werden. Einen Verkauf des Celesio-Anteils von knapp 55 % schloss Kluge nicht aus. "Wenn es einen besseren Eigentümer gäbe, der Preis stimmen würde und wir eine bessere Anlagealternative hätten, ja. Aber das ist rein theoretisch. Jetzt kümmern wir uns erst einmal um die Neuorientierung."

Einen Nachfolger für den scheidenden Celesio-Chef Fritz Oesterle gibt es laut Kluge noch nicht. "Wir suchen mit Hochdruck. Sobald es dazu etwas zu vermelden gibt, werden wir dies auch tun."

Dagegen unterstützt Haniel die Expansionspläne des Handelskonzerns Metro. Es werde der Markteintritt in weiteren großen Ländern diskutiert, sagte Kluge. "In Wachstumsregionen klotzen statt in vielen Ländern ein wenig kleckern ist die Devise des Managements. Das finden wir als Anteilseigner der Metro sehr gut." Haniel hält 50,01 % an Metro.

Beim geplanten Verkauf von Immobilien des Handelskonzerns konnten weitere Fortschritte erzielt werden. Einige der deutschen Real-Märkte wurden im vergangenen Jahr in der ersten Tranche für rund 150 Mio. € veräußert. "Mit der zweiten Tranche, einigen deutschen Cash & Carry Märkten, haben wir in diesen Tagen ebenfalls eine gute Größenordnung realisiert", sagte Kluge.

Zusammengenommen seien das mehr als die im vergangenen Jahr angekündigten 800 Mio. €. Allerdings komme von den Erlösen nur ein Drittel bei Haniel an. Der Rest gehe an die beiden anderen Metro-Gesellschafter, also die Familien Beisheim und Schmidt-Ruthenbeck.

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