Evonik: Starkes zweites Quartal
Evonik hat, wie am 26. Juni vorab berichtet, im zweiten Quartal ein starkes Ergebnis erzielt. Die Sicherheitslage im Nahen Osten verursacht Engpässe in Lieferketten vor allem außerhalb Europas, was dem Konzern eine Sonderkonjunktur bescherte.

Im zweiten Quartal stieg das bereinigte EBITDA verglichen mit dem Vorjahresquartal um 24% auf 630 Mio. EUR. Evonik hatte im Juni zwischen 600 und 650 Mio. EUR in Aussicht gestellt und die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 spürbar angehoben: Evonik erwartet nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Mrd. EUR (zuvor 1,7 bis 2,0 Mrd. EUR). Im Jahr 2025 hatte Evonik rund 1,9 Mrd. EUR erwirtschaftet.
„Wir freuen uns über einen warmen Sommerregen“, sagt Vorstandschef Christian Kullmann. „An den fundamentalen Problemen unserer Branche ändert das allerdings nichts.“
Um diesen Problemen zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken, wird das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ verlängert. Im Zuge dieses Programms sowie weiterer Effizienzmaßnahmen der operativen Geschäfte werden planmäßig 2.800 Stellen in den Jahren 2024 bis 2026 abgebaut. Seit Jahresbeginn 2026 ging die Zahl der Beschäftigten um knapp 700 zurück. Für den Zeitraum 2027 bis 2029 ist eine zusätzliche Reduktion um rund 3.200 Stellen vorgesehen.
Der Umsatz im zweiten Quartal stieg gegenüber dem Wert des Vorjahresquartals um 11%. Die Verkaufsmengen lagen um 7% höher, die Preise ebenso. Der Free Cashflow im zweiten Quartal war mit 49 Mio. EUR positiv und damit deutlich besser als im Vorjahresquartal (Q2 2025: minus 211 Mio. EUR). Im Jahr 2026 strebt Evonik unverändert eine Cash Conversion Rate von etwa 40% an (2025: 37%).
„Wir wollen unsere Verschuldungskennziffern verbessern für mehr Handlungsspielraum in der Zukunft,” sagt Michael Rauch, seit 1. Mai Finanzvorstand. „Dieses gute Ergebnis hilft uns dabei.“
Insbesondere im Segment Advanced Technologies profitiert Evonik derzeit von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber, deren Versorgung mit Rohstoffen durch Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr um die Arabische Halbinsel erschwert ist. Im Bereich Animal Nutrition hält das positive Momentum an.











