Chemie-Nobelpreis ehrt drei Zellforscher



Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an drei Zellforscher für die Analyse der Eiweißfabriken aller Lebewesen. Ada Jonath, Thomas Steitz und Venkatraman Ramakrishnan haben Form und Funktion des Ribosoms aufgeklärt. Diese Maschine übersetzt in der Zelle die Erbinformation in die universellen Werkzeuge allen Lebens, die Proteine (Eiweiße). Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften mit. Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet knapp 1 Mio. € dotiert; die Forscher erhalten sie zu gleichen Teilen. „Ribosomen machen irgendwie alles möglich", sagte Måns Ehrenberg, Mitglied des Nobelkomitees für Chemie. Zu den wichtigsten praktischen Anwendungen gehören neue Antibiotika: Wer damit die Übersetzungsarbeit der Ribosomen in krank machenden Bakterien stört, kann die Keime töten. Alle drei haben eine der wichtigsten Fragen des Lebens aufgeklärt: Wie wird ein Gen zum Protein? Die aus rund 3,2 Milliarden chemischen Bausteinen zusammengesetzte Erbinformation lagert im Zellkern. Wenn eines der rund 25.000 Gene abgelesen wird, fertigt die Zelle zunächst eine Abschrift, nur diese Blaupause verlässt den Zellkern. Außerhalb trifft sie auf die vielen Proteinfabriken der Zelle, die Ribosomen. Deren genaue Form und Funktion haben die neuen Chemie-Nobelpreisträger entschlüsselt, begründete die Akademie ihre von Experten seit Jahren erwartete Entscheidung. Dazu mussten sie die aus Hunderttausenden Atomen aufgebauten Ribosomen mit Röntgenstrahlen analysieren - ein lange Zeit erfolgloses und noch immer aufwendiges Unterfangen.
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