27.02.2026 • News

BASF erreicht strategische Meilensteine

Bei der Umsetzung der „Winning Ways“-Strategie zur Kosteneinsparung und Organisationsstraffung hat BASF im Geschäftsjahr 2025 wesentliche Meilensteine erreicht. Umsatz und Gewinn sanken.

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„Wir haben uns deshalb vor allem auf die Dinge konzentriert, die wir im Rahmen unserer ‚Winning Ways‘-Strategie selbst steuern können“, sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth.
© BASF

Die BASF-Gruppe hatte es im Geschäftsjahr 2025 mit einem weltweit unsicheren, sehr volatilen Marktumfeld und heftigem Gegenwind zu tun. „Wir haben uns deshalb vor allem auf die Dinge konzentriert, die wir im Rahmen unserer ‚Winning Ways‘-Strategie selbst steuern können“, sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2025, die er gemeinsam mit BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann erläuterte. Bei der Umsetzung ihrer Strategie hat das Unternehmen wesentliche Meilensteine erreicht: „Wir haben die wesentlichen Anlagen unseres neuen Verbundstandorts Zhanjiang erfolgreich in Betrieb genommen. Außerdem konnten wir unsere Kosteneinsparprogramme beschleunigen und die BASF-Organisation deutlich verschlanken. Und schließlich sind wir bei den angekündigten Portfoliomaßnahmen erfolgreich und zügig vorangekommen“, so Kamieth. Das Jahr 2025 und besonders das vierte Quartal haben sich allerdings für die BASF-Gruppe nicht wie erwartet entwickelt.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank im Vergleich zum Vorjahr um 686 Mio. EUR auf 6,6 Mrd. EUR. Diese Entwicklung ergab sich aus dem deutlichen Ergebnisrückgang der Core Businesses: Bei Chemicals, Industrial Solutions, Materials und Nutrition & Care sank das EBITDA vor Sondereinflüssen hauptsächlich aufgrund von niedrigeren Deckungsbeiträgen; leicht höhere Fixkosten belasteten zusätzlich das Ergebnis von Materials. Ergebnissteigerungen der Standalone Businesses konnten den Rückgang der Core Businesses teilweise kompensieren: Surface Technologies verbesserte das EBITDA vor Sondereinflüssen hauptsächlich durch den deutlichen Ergebnisanstieg von Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS) infolge niedrigerer Fixkosten. Bei Agricultural Solutions stieg das Ergebnis vor allem durch einen verbesserten Deckungsbeitrag. Das Ergebnis von Sonstige sank im Vergleich zum Vorjahr leicht. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen belief sich auf 11,0% nach 11,8% im Vorjahr.

Weitere Geschäftszahlen für das Jahr 2025

Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2025 bei 59,7 Mrd. EUR nach 61,4 Mrd. EUR im Vorjahr. Negative Währungseinflüsse, insbesondere aus dem US-Dollar, dem chinesischen Renminbi sowie dem brasilianischen Real, belasteten die Umsatzentwicklung maßgeblich.

Das EBITDA betrug 5,6 Mrd. EUR nach 6,2 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Die Sondereinflüsse im EBITDA beliefen sich im Jahr 2025 auf minus 936 Mio. EUR. Sonderaufwendungen für Strukturmaßnahmen in Höhe von 937 Mio. EUR fielen vor allem im Zusammenhang mit den laufenden Kosteneinsparprogrammen an, insbesondere für das Programm mit Fokus auf den Standort Ludwigshafen.

Das EBIT belief sich auf 1,6 Mrd. EUR und lag damit um 176 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Die im EBIT enthaltenen Abschreibungen betrugen 4,0 Mrd. EUR (2024: 4,4 Mrd. EUR).

Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen stieg 2025 auf 1,6 Mrd. EUR (2024: 1,3 Mrd. EUR). Dies resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg des Beteiligungsergebnisses gegenüber dem Vorjahr, vor allem infolge des höheren Ergebnisses der nicht-integralen Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Grund für den Anstieg waren Netto-Sondererträge in Höhe von 1,3 Mrd. EUR (2024: 0,4 Mrd. EUR), vor allem im Zusammenhang mit Erstattungen aus den für enteignete Vermögenswerte in Russland bestehenden Bundesgarantien bei Wintershall Dea GmbH.

Cashflow der BASF-Gruppe im Jahr 2025

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 5,6 Mrd. EUR und lag damit um 1,3 Mrd. EUR unter dem Vorjahreswert. In dem gestiegenen Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen waren 2025 deutlich höhere nicht-zahlungswirksame und Umgliederungspositionen enthalten als im Vorjahr. Die Abschreibungen fielen geringer aus als im Jahr 2024. Überdies führten Veränderungen in den Edelmetallhandelspositionen im Vergleich zum Vorjahr zu einer deutlichen Mittelbindung.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich 2025 auf minus 3,2 Mrd. EUR, nach minus 5,1 Mrd. EUR im Vorjahr. Die deutliche Verbesserung ist im Wesentlichen auf geringere Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zurückzuführen, die von 6,2 Mrd. EUR im Vorjahr auf 4,3 Mrd. EUR im Jahr 2025 reduziert wurden.

Der Free Cashflow, der sich nach Abzug der Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen vom Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ergibt, verbesserte sich aufgrund der niedrigeren Investitionsausgaben deutlich. Im Jahr 2025 betrug der Free Cashflow 1,3 Mrd. EUR, nach 748 Mio. EUR im Jahr 2024.

Dividendenvorschlag von 2,25 EUR je Aktie

BASF hat sich zum Ziel gesetzt, von 2025 bis 2028 durch eine Kombination von Dividende und Aktienrückkäufen mindestens 12 Mrd. EUR an die Aktionäre auszuschütten. Konkret beabsichtigt das Unternehmen, jährlich eine Dividende von mindestens 2,25 EUR je Aktie oder rund 2 Mrd. EUR pro Jahr zu zahlen. Der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2025 beträgt 2,25 EUR je Aktie (Dividende für das Geschäftsjahr 2024: 2,25 EUR je Aktie). Angesichts der bereits erhaltenen und erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse, insbesondere aus Portfoliomaßnahmen, wurde Ende Oktober 2025 beschlossen, bereits zwischen November 2025 und Ende Juni 2026 eigene Aktien in einem Volumen von bis zu 1,5 Mrd. EUR zurückzukaufen. Dieser zeitlich vorgezogene Aktienrückkauf ist Teil des angekündigten Aktienrückkaufs in Höhe von insgesamt mindestens 4 Mrd. EUR bis Ende 2028.

Stärkung der Bilanz und Beschleunigung der Kosteneinsparprogramme

Nach den Worten von Finanzvorstand Dirk Elvermann wird BASF ihre Bilanz weiter stärken. „Bis zum Jahresende 2025 haben wir unsere Nettoverschuldung auf 18,3 Mrd. EUR reduziert. Im Jahr 2026 werden wir einen erheblichen Teil der Barmittelzuflüsse aus unseren Portfoliomaßnahmen zur weiteren Stärkung unserer Bilanz verwenden“, so Elvermann. Das Fälligkeitsprofil der ausstehenden Anleihen werde es BASF ermöglichen, die Nettoverschuldung dieses Jahr deutlich zu senken und damit das bestehende Single-A-Rating weiter zu untermauern.

Die Umsetzung der laufenden Kosteneinsparprogramme konnte BASF beschleunigen. Bis Ende 2025 hat BASF bereits eine jährliche Kostensenkung von rund 1,7 Mrd. EUR erreicht. Dies übersteigt das ursprüngliche Einsparziel des Unternehmens um 100 Mio. EUR. Bis Ende 2026 erwartet BASF nun jährliche Kosteneinsparungen von 2,3 Mrd. EUR statt 2,1 Mrd. EUR. Bei den kumulierten Einmalkosten geht das Unternehmen nun von insgesamt 1,9 Mrd. EUR aus.

Zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 reduzierte BASF die Zahl der Führungskräfte um 11%. Die Zahl der Mitarbeitenden ging um rund 4.800 zurück – ohne Berücksichtigung der rund 1.000 Mitarbeitenden, die im selben Zeitraum am neuen Verbundstandort in China eingestellt wurden.

Ausblick 2026 für die BASF-Gruppe

Die BASF-Gruppe erwartet im Jahr 2026 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Mrd. EUR und 7,0 Mrd. EUR (2025: 6,6 Mrd. EUR). Die Segmente Nutrition & Care und Chemicals werden ihre Ergebnisse voraussichtlich deutlich steigern, während Industrial Solutions einen leichten Ergebnisanstieg erwartet. Für die Segmente Materials und Agricultural Solutions prognostiziert BASF währungsbedingt ein leicht niedrigeres Ergebnis. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Surface Technologies wird 2026 voraussichtlich deutlich sinken, hauptsächlich aufgrund von positiven Einmaleffekten im Unternehmensbereich Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS) im Jahr 2025.

Für die BASF-Gruppe wird ein Free Cashflow zwischen 1,5 Mrd. EUR und 2,3 Mrd. EUR (2025: 1,3 Mrd. EUR) erwartet. Dieser ergibt sich aus einem prognostizierten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zwischen 4,9 Mrd. EUR und 5,7 Mrd. EUR abzüglich der erwarteten Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 3,4 Mrd. EUR.

Die CO2-Emissionen werden sich im Jahr 2026 voraussichtlich zwischen 17,2 Mio. t bis 18,2 Mio. t bewegen. BASF erwartet Mehremissionen im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich aufgrund des in Betrieb genommenen Verbundstandortes Zhanjiang, China, bei annähernd gleichbleibenden Produktionsvolumen an anderen Produktionsstandorten. Mit gezielten Emissionsminderungsmaßnahmen, wie beispielsweise einer Erhöhung der Energieeffizienz und Prozessoptimierung, sowie mit der weiteren Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien, wird BASF diesem Anstieg entgegenwirken.

Dem BASF-Ausblick liegen folgende Annahmen zu den weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Jahr 2026 zugrunde:

  •     Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts: 2,7%
  •     Wachstum der globalen Industrieproduktion: 2,3%
  •     Wachstum der globalen Chemieproduktion: 2,4%
  •     US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,20 USD/EUR
  •     Ölpreis der Sorte Brent von 65 USD/Barrel im Jahresdurchschnitt

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