22.04.2015 • News

Actelion will sich bei Zukäufen zurückhalten

Actelion will im grassierenden Übernahmefieber der Branche einen kühlen Kopf bewahren. Das Unternehmen schaut sich nach den Worten von Finanzvorstand Andre Muller zwar aktiv nach Zukäufen um. "Wir werden aber diszipliniert bleiben, insbesondere in diesem M&A-Rausch, den wir in der jüngsten Vergangenheit gesehen haben", sagte der Manager am Dienstag zur Nachrichtenagentur Reuters. So wurden laut Firmenchef Jean-Paul Clozel einige Ziele genauer unter die Lupe genommen. Der zu zahlende Kaufpreis sei letztlich aber nicht zu rechtfertigen gewesen. "Es ist ein Markt für Verkäufer." Actelion selbst habe keine Angebote von kaufwilligen Interessenten erhalten.

Zugreifen würde Clozel bei vielversprechenden Arzneien gegen seltene Krankheiten. Actelion könne aber auf seine eigene Forschungspipeline bauen und sei nicht auf eine Akquisition angewiesen. Europas größte unabhängige Biotech-Firma gilt als führend bei Medikamenten gegen Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH). Die Ende 2013 auf den Markt gebrachte Arznei Opsumit wächst stark und ist auf gutem Weg, in die Fußstapfen des Umsatzrenners Tracleer zu steigen, dessen Patentschutz ausläuft und der zunehmend Konkurrenz durch Medikamente von Gilead, Bayer und Pfizer erhält. Den nächsten Pfeil hat Actelion schon im Köcher. Bis Jahresende könnte das PAH-Medikament Uptravi, dem Analysten wie Tracleer und Opsumit Milliardenumsätze zutrauen, in den USA die Zulassung erhalten.

Daneben baut sich Actelion mit der Arznei Ponesimod ein Standbein bei immunologischen Erkrankungen etwa zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) auf.

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