18.05.2026 • News

Traceless eröffnet Produktionsanlage für naturbasierte Materialinnovation

Traceless schafft die weltweit ersten industriellen Produktionskapazitäten für eine Naturpolymer-Technologie der neuen Generation. Ziel ist es, die weltweite Plastikverschmutzung zu bekämpfen, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu beenden und eine zirkuläre Bioökonomie in Europa aufzubauen.

Das Bioökonomie-Scale-up Traceless hat in Hamburg-Harburg seine erste Großproduktionsanlage eingeweiht. In der Anlage werden pflanzliche Reststoffe der Agrarindustrie zu einem innovativen Material verarbeitet, das als natürlicher Plastikersatz verwendet werden kann. Mit der Eröffnung der Demonstrationsanlage erreicht das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein bei der Skalierung seiner Materialtechnologie.  

Anne Lamp, Geschäftsführerin und Gründerin von Traceless: „Mit dieser Anlage geht unsere Mission in eine neue Phase. Wir betreten hier buchstäblich Neuland: Wir schaffen die weltweit ersten industriellen Produktionskapazitäten für thermoplastische Naturpolymere, die direkt als Plastikersatz genutzt werden können. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern feiern wir heute den Auftakt für eine innovative Materialindustrie, die zirkulär, sauber und zukunftsorientiert ist.“  

Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, war bei der feierlichen Eröffnung anwesend und gratulierte: „Solche Ideen brauchen wir für erfolgreichen Klima- und Umweltschutz: Ein innovatives Biomaterial, das ohne Erdöl auskommt, aus pflanzlichen Reststoffen besteht und vollständig biologisch abbaubar ist, löst gleich mehrere Probleme. So kann konventionelles Plastik ersetzt und CO2-Emissionen und Wasser eingespart werden. Diese Technologie hilft gegen Plastikvermüllung, schützt die Tierwelt und macht uns unabhängiger von fossilen Energieimporten aus dem Ausland. Die Industrieanlage ist eine von vielen Erfolgsgeschichten made in Germany, die mit Umwelttechnologien für Innovation und neue Wirtschaftskraft sorgen.“

Naturpolymere – etwa Cellulose, Lignin, Stärke oder Proteine – sind langkettige Moleküle natürlichen Ursprungs und bilden die Basis für bekannte Produkte wie Papier und Baumwolle. Dank wegweisender Technologien entsteht aktuell eine neue Materialgeneration, die das Einsatzspektrum von Naturpolymeren deutlich erweitert. Die patentierte Technologie von Traceless setzt auf ein spezielles Extraktionsverfahren, das Naturpolymere aus pflanzlichen Reststoffen nutzt, ohne deren natürliche chemische Struktur zu verändern. Die daraus resultierenden Granulate sind biobasiert, heimkompostierbar und per Definition kein Plastik. Die thermoplastischen Eigenschaften des Materials ermöglichen eine Weiterverarbeitung mit industriellen Standardtechnologien. So kann das Material Kunststoffe da ersetzen, wo technisches Recycling schwierig ist oder Produkte leicht in die Umwelt gelangen - wie in Einwegprodukten, Verpackungen, Papierbeschichtungen oder Klebstoffen.

Der Produktionsprozess basiert auf nachwachsenden Rohstoffen, ist ressourceneffizient und ermöglicht lokale Lieferketten. Im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen werden in Herstellung und Entsorgung 91% CO2-Emissionen gespart.

Die ebenfalls anwesende Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, betonte die Bedeutung des Projekts: „Aus Spitzenforschung und Kreislaufwirtschaft im Labor wird echte industrielle Produktion – das ist ein riesiger Erfolg für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hamburg. Plastikmüll ist eine der größten Belastungen für unsere Umwelt. Traceless packt dieses Problem an der Wurzel: Wenn wir fossiles Erdöl durch pflanzliche Reststoffe ersetzen, vermeiden wir nicht nur riesige Müllberge, sondern sparen auch massiv klimaschädliches CO2 ein. Hier wird heute ganz praktisch bewiesen, dass unsere klimaneutrale Transformation und industrielle Wertschöpfung keine Gegensätze sind, sondern unsere Stadt Hand in Hand nach vorne bringen.“

Auf rund 4.000m² vereint der neue Hauptsitz am Standort Hamburg-Harburg Produktion, Vertrieb, Produkt- und Technologieentwicklung sowie Logistik und Verwaltung. Mit der Kapazität von rund 3.000 t Traceless-Material pro Jahr werden zukünftig namhafte Pionierkunden bedient - beispielsweise der Papier- und Verpackungshersteller Mondi, der Versandhändler OTTO und der Distributionspartner Biesterfeld. Alle zentralen Bereiche der Anlage sind bereits erfolgreich in Betrieb genommen worden, die Produktion wird in den kommenden Monaten schrittweise hochgefahren. Die Anlagentechnik wurde vom Traceless Team, das aktuell rund 110 Mitarbeitende umfasst, intern entwickelt. Auch die Pilotanlage des Unternehmens, die seit 2022 in Buchholz i.d.N. betrieben wird, soll an den Standort umgezogen werden.

Das Investitionsvolumen für die Anlage beträgt mehr als 20 Mio. EUR. Das Vorhaben wurde mit Mitteln in Höhe von 5.128.401 EUR aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Um seine Produktionskapazitäten in Zukunft weiter auszubauen, plant Traceless bereits den Bau einer größeren Industrieanlage.

Eröffnungszeremonie vor der Traceless-Produktionsanlage, mit dem Traceless...
Eröffnungszeremonie vor der Traceless-Produktionsanlage, mit dem Traceless Inbetriebnahme-Team und Gästen, in der Mitte: v.l.n.r.: Boris Ewenstein, Jakob Röskamp, Katharina Fegebank, Anne Lamp, Carsten Schneider, Sina Spingler, Michael Otto, Marko Schuster, Jonna Clasen
© Jonas Walter

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Traceless Materials GmbH

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20457 Hamburg
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