BAVC-Präsidentin Katja Scharpwinkel kommentierte: „Der Tarifabschluss zeigt, dass wir in einer schwierigen Situation gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Einigung spiegelt die Krise der Branche wider. Zugleich gibt sie Planungssicherheit und Orientierung. Mit dem Weg zur Einigung wie auch mit dem Ergebnis zeigen wir, dass Sozialpartnerschaft einen Unterschied macht. Beiden Seiten ist bewusst, wie groß die Herausforderungen sind. Und beide Seiten wollen anpacken, damit wir Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen. Das ist ein wichtiger Beitrag der Sozialpartner, mit dem wir Perspektiven für Standort und Beschäftigung verbessern.“
„Dieser Tarifabschluss bringt den Unternehmen die dringend benötigte Entlastung“, unterstrich BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk. „Dauerhaft mehr zahlen die Arbeitgeber erst ab 2027 – und das zu krisengerechten Konditionen. Die lange Laufzeit gibt den Unternehmen ein hohes Maß an Planungssicherheit. Zugleich betreten wir tarifpolitisches Neuland mit unserem Transformations-Tarifvertrag. Auf betrieblicher Ebene bündeln wir Ressourcen für den Umbruch – zielgenau, praxisnah und sozialpartnerschaftlich. Wir helfen da, wo es nötig ist, und investieren gemeinsam in die Zukunft unserer Branche.“
„Jobangst und Kaufkraftverlust prägen derzeit das Arbeitsleben vieler Beschäftigter in Chemie und Pharma – dem wollten wir in dieser Tarifrunde gerecht werden“, ergänzte IGBCE-Verhandlungsführer und -Tarifvorstand Oliver Heinrich. „Am Ende haben wir in beiden Forderungspunkten Bewegung erreicht. Das wäre ohne die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, die für unsere Forderungen vors Tor gegangen sind, nicht möglich gewesen.“
Heinrich wies daraufhin, dass Betriebe, denen es wirtschaftlich gut geht, die Tariferhöhungen um jeweils drei Monate vorziehen können. „In der Branche gibt es genug Betriebe, die glänzend verdienen. Wir werden in den kommenden Monaten dafür sorgen, dass sie ihrer Verantwortung der Belegschaft gegenüber gerecht werden."
Mit dem vereinbarten Beschäftigungssicherungsbeitrag gehe man neue Wege auf dem Feld der Jobsicherung. Über die Laufzeit stellt die Branche insgesamt mehr als 350 Mio. EUR für Investitionen in den Erhalt und die Weiterentwicklung von gefährdeten Arbeitsplätzen zur Verfügung. „Kein tarifgebundener Betrieb kann sich künftig mehr herausreden, es gebe keine Alternative zum Stellenabbau", so der IGBCE-Tarifvorstand.
Zur Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigten im Strukturwandel entwickeln IGBCE und BAVC den bestehenden Demografie-Tarifvertrag weiter. Zentrale Neuerung: Die Mittel des betrieblichen Demografie-Fonds können ab sofort auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden. In Frage kommen etwa Investitionen in Weiterbildung, in Ausbildungskapazitäten oder in persönliches Coaching. Die Verwendung der Mittel erfolgt zielgenau ausgerichtet am Bedarf im Betrieb.













