12.08.2026 • News

Rohstoffwende unter Zeitdruck

Interview mit Manja Polednia, House of Transfer

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Der Steamcracker am Dow-Standort in Böhlen gilt als Herzstück für viele weitere Produktionsketten in der Region. Er soll bis Ende 2027 stillgelegt werden.
© Dow / Christian Modla

Der mitteldeutsche Stoffverbund zählt zu den bedeutendsten integrierten Chemieclustern Deutschlands. Er basiert auf eng miteinander verbundenen Stoffströmen zwischen sechs Standorten. Doch angekündigte Stilllegungen wichtiger Produktionsanlagen gefährden diesen regionalen Verbund. Andrea Gruß sprach mit Manja Polednia, Projektleiterin des House of Transfer, über die Herausforderungen des Strukturwandels und die Chancen einer Rohstoffwende in der mitteldeutschen Chemieindustrie.

Frau Polednia, das House of Transfer wurde im Jahr 2023 vom Bundesministerium für Energie und Wirtschaft ins Leben gerufen. Welche Ziele verfolgt das Projekt?

M. Polednia: Das House of Transfer ist zentrale Anlaufstelle für Stakeholder aus den Sektoren Bioökonomie, Chemie, Kunststoff und Wasserstoff. Unsere Aufgabe ist der Wissenstransfer. Dazu bieten wir Informationen insbesondere für die regionale Industrie an, organisieren zum Beispiel Events für die vier genannten Sektoren und widmen uns übergeordneten strategischen Fragestellungen, die im mitteldeutschen Stoffverbund im Zuge des Strukturwandels auftreten. Unsere Arbeit wird finanziert über Mittel des Stark-Programms, das Transformationsprozesse zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur in den Kohleregionen unterstützt.

In der Studie „Der Mitteldeutsche Stoffverbund 2035“ befassen Sie sich mit der Rohstoffwende in der Chemie. Was war die konkrete Ausgangsfrage, die mit der Studie beantwortet werden soll?

„Es braucht eine Zusammenarbeit
aller Akteure über Organisations-
und Sektorengrenzen hinweg."

M. Polednia: Die Studie (s. Interview mit Kerstin Schmidt, Forum Rathenau) entstand aus unserem Projekt heraus als Reaktion auf die angekündigte Stilllegung des Steamcrackers von Dow in Böhlen. Wir wollten einen Überblick schaffen: Was bedeutet der Wegfall dieser zentralen Anlage für den mitteldeutschen Stoffverbund und die gesamte Region? Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie sich die Versorgung anstatt durch bisher rein fossiles Naphtha durch biogene Rohstoffe oder CO₂-basierte Prozesse sicherstellen lässt. Gleichzeitig wollten wir eine Grundlage schaffen, auf deren Basis Unternehmen und Politik Investitions- und Transformationsentscheidungen treffen können.

Welche Lösungswege skizziert die Studie? 

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27572 Bremerhaven‎‎
Deutschland

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