01.08.2012 • NewsEnbrelArzneimittel & MedikamenteIan Read

Pfizer erntet Früchte des harten Sparkurses

Einsparungen haben dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer im abgelaufenen Quartal zu einem überraschend kräftigen Gewinnzuwachs verholfen. Im zweiten Jahresviertel erzielte das US-Unternehmen einen Nettogewinn von 3,25 Mrd. US-$, ein Plus von 25 % binnen Jahresfrist, wie Pfizer am Dienstag in New York mitteilte. Konzern-Chef Ian Read bekräftigte zudem die Ergebnisziele für dieses Jahr und kündigte an, 20 % seiner Tiermedizin-Sparte an die Börse zu bringen. Bei Anlegern kam der Quartalsbericht gut an: Die Pfizer-Aktie legte im frühen Handel mehr als 1 % zu. Pro Aktie erwirtschaftete das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 62 Cent. Analysten hatten lediglich 54 Cent erwartet.

Im Umsatz spürte der Konzern von April bis Juni allerdings deutlich, dass der Patentschutz seines bisherigen Kassenschlagers Lipitor in den USA nicht mehr gilt. Die Konzernerlöse schrumpften um 9 % auf 15,06 Mrd. US-$. Analysten hatten mit noch weniger gerechnet. Der Cholesterinsenker Lipitor, das bislang weltweit erfolgreichste Medikament, büßte in den USA im November seinen Patentschutz ein. Seitdem schnappen Generikahersteller Pfizer mit ihren billigeren Kopien einen erheblichen Teil des Geschäfts mit dem Blutfettsenker weg. Pfizer setzte mit Lipitor in der Spitze immerhin 13 Mrd. US-$ im Jahr um. Seit dem Marktstart 1997 summierten sich die Umsätze auf insgesamt mehr als 130 Mrd. US-$. Im zweiten Quartal brachen die Lipitor-Umsätze um 53 % auf 1,22 Mrd. US-$ ein. Dagegen schnellten die Umsätze mit dem Schmerzpräparat Lyrica um 14 % auf 1,04 Mrd. US-$ in die Höhe, und mit dem Arthritis-Präparat Enbrel erhöhte Pfizer seine Umsätze um 8 % auf 988 Mio. US-$. Das federte die Einbußen bei Lipitor etwas ab.


Börsengang der Tiermedizin


Den Konzernumbau will Pfizer-Chef Read weiter vorantreiben. Bis Mitte August will Pfizer bei den Aufsichtsbehörden vorstellig werden und um grünes Licht für einen geplanten Börsengang der Tiermedizin-Sparte nachsuchen. Pfizer will bis zu 20 % an dem Geschäft, das dann als "Zoetis" firmieren soll, an Aktionäre verkaufen. Pfizer erwirtschaftete mit Präparaten und Impfstoffen für Nutz- und Haustiere im vergangenen Jahr Umsätze von 4,2 Mrd. US-$. Die Sparte hat rund 9000 Beschäftigte. "Wenn der Börsengang erfolgreich abgeschlossen ist, was wir für die erste Jahreshälfte 2013 planen, dann haben wir verschiedene Optionen, um die komplette Trennung von Zoetis zu erreichen", erklärte Read. Dabei sollen maximale Erträge nach Steuern für die Pfizer-Aktionäre erzielt werden.

Im April hatte Pfizer bereits den Verkauf seiner Babynahrungs-Sparte für rund 12 Mrd. US-$ an den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle auf den Weg gebracht. Die Transaktion soll bis zum ersten Halbjahr 2013 unter Dach und Fach sein. Im Zwischenbericht zum zweiten Quartal wurde die Sparte bereits als abgespaltener Bereich geführt.
An den Konzernzielen für dieses Jahr hielt Pfizer fest: Der Arzneimittelhersteller peilt 2012 einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 2,14 bis 2,24 Dollar je Aktie an. Das wäre trotz des Einbruchs im Lipitor-Geschäft lediglich ein Rückgang von 7 %. Dahinter stehen erhebliche Kosteneinsparungen, auch beim Forschungsbudget hatte es harte Einschnitte gegeben.

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