03.06.2013 • News

Monsanto tritt bei Gentechnik in Europa Rückzug an

Der US-Agrarchemiekonzern Monsanto will die Zulassung seiner gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa nicht weiter ausbauen. Das Unternehmen werde genmanipulierte Produkte nur noch in Märkten verkaufen, die die Gentechnik unterstützten - etwa in Spanien und Portugal, sagte Monsanto-Sprecher Thomas Helscher. Der Widerstand in den meisten anderen europäischen Ländern sei aber weiter zu stark.

Ein Sprecher von Monsanto Europa, Brandon Mitchener, hatte der "taz" gesagt: "Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa." Derzeit sei zudem nicht geplant, die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen zu beantragen. Die Nachfrage der Bauern in Europa sei zu gering gewesen. Bei der Deutschland-Tochter des US-Konzerns in Düsseldorf war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu dem Bericht erreichbar.

Ein Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erklärte dazu, es handele sich um eine unternehmerische Entscheidung, die das BMELV nicht zu bewerten habe. "Dass wir der Gentechnik kritisch gegenüber stehen, ist bekannt. Für die Landwirtschaft in Europa haben sich die Heilsversprechen der Gentechnik-Industrie bisher nicht erfüllt", erklärte der Sprecher.

Die grüne Gentechnik ist in Europa umstritten, in Lebensmitteln wird sie in großen Teilen der Bevölkerung nach wie vor abgelehnt. Der Chemiekonzern BASF hatte unter anderem deswegen im vergangenen Jahr das Handtuch geworfen und seine Zentrale für Pflanzen-Biotechnologie von Deutschland in die USA verlegt. Auch der Konkurrent Bayer betreibt seine Geschäfte mit Pflanzengentechnik vor allem außerhalb Europas.

 

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