Merck übernimmt Silence Therapeutics
Merck hat eine Vereinbarung zur Übernahme des britischen Biotechunternehmens Silence Therapeutics getroffen, um seine Pipeline im Bereich seltener Erkrankungen mit einem innovativen siRNA-Wirkstoff zu erweitern.
Der Kaufpreis entspricht einem Unternehmenswert von 1,1 Mrd. USD und einem Eigenkapitalwert von rund 1,3 Mrd. USD. Silence Therapeutics mit Hauptsitz in London, Großbritannien, beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und ist an Standorten in Großbritannien, den USA und Deutschland tätig.
„Die geplante Übernahme von Silence Therapeutics wird unsere Fähigkeiten stärken, Patienten mit gezielten Spezialerkrankungen und seltenen Krankheiten zu versorgen“, sagte Kai Beckmann, Vorstandsvorsitzender und Group CEO von Merck. „Nach der Übernahme von SpringWorks Therapeutics im vergangenen Jahr setzen wir die Ausrichtung unserer Pipeline auf hochspezialisierte Bereiche und Bereiche mit ungedecktem medizinischem Bedarf fort, wobei wir uns weiterhin der externen Innovation verschreiben. Die geplante Transaktion steht im Einklang mit der strategischen Priorität von Merck, attraktive Endmärkte auch durch Fusionen und Übernahmen zu erschließen und so mittel- bis langfristig Wert zu schaffen.“
Nach Abschluss der Transaktion wird Divesiran – eine potenziell klassenbeste, für die Phase 3 bereite siRNA-Prüftherapie, die sich in der Entwicklung für die phlebotomieabhängige Polyzythämie vera (PV) befindet – in die Pipeline von Merck aufgenommen. Divesiran wird einmal alle drei Monate subkutan verabreicht.
Die PV ist ein chronisches myeloproliferatives Neoplasma – eine Form einer seltenen Blutkrebserkrankung –, das durch eine übermäßige Produktion roter Blutkörperchen gekennzeichnet ist, was mit einer höheren Sterblichkeitsrate aufgrund kardiovaskulärer und thrombotischer Ereignisse einhergehen kann.
Divesiran wurde entwickelt, um TMPRSS6 selektiv zu stilllegen, ein Gen, das an der Regulierung von Hepcidin beteiligt ist, dem wichtigsten Regulator des Eisenstoffwechsels im Körper. Durch die Erhöhung des Hepcidin-Spiegels zielt Divesiran darauf ab, die Eisenverfügbarkeit für die Produktion roter Blutkörperchen zu begrenzen, wodurch der Hämatokritwert kontrolliert und möglicherweise die Notwendigkeit häufiger therapeutischer Aderlässe verringert wird.
Divesiran erreichte seinen primären Endpunkt in der Phase-2-Studie SANRECO mit einer Ansprechrate von 88 % gegenüber 19 % unter Placebo (p < 0,0001) und reduzierte die durchschnittliche Anzahl der Aderlässe auf 0,2 pro Patient gegenüber 2,1 unter Placebo in den Wochen 0–36 (p < 0,0001), unabhängig von einer begleitenden zytoreduktiven Therapie. Divesiran wurde als gut verträglich befunden, und es wurden in der Studie keine neuen Sicherheitsbefunde beobachtet. Reaktionen an der Injektionsstelle traten selten auf und waren selbstlimitierend. Es gab zwei Fälle von Anämie des Grades 1, die von einem Prüfer als behandlungsbedingt eingestuft wurden.
„Die geplante Übernahme von Silence Therapeutics ist ein bedeutender Schritt vorwärts in unserer Strategie, ein globaler Spezialinnovator im Gesundheitswesen zu werden“, sagte Danny Bar-Zohar, Mitglied des Vorstands und CEO Healthcare bei Merck. „Das wichtigste siRNA-Pipeline-Produkt von Silence Therapeutics, Divesiran, stützt sich auf vielversprechende Wirksamkeitsdaten aus der Phase 2, einen potenziell klassenbesten Dosierungsplan mit einer Verabreichung alle drei Monate sowie ein Sicherheitsprofil, das gut handhabbar erscheint, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass es auf eine klar definierte, homogene Patientengruppe abzielt. Die geplante Übernahme bietet zudem einen Einstieg in die Hämatologie durch einen biologisch validierten Wirkmechanismus. Mit dieser Transaktion treiben wir unsere Bemühungen voran, eine differenzierte, nachhaltige Pipeline aufzubauen, um mehr Patienten schneller mit mehr Medikamenten versorgen zu können.“
Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Darmstadt, ist in den Bereichen Life Science, Gesundheitswesen und Elektronik tätig. Im Jahr 2025 erzielte Merck einen Umsatz von 21,1 Mrd. EUR.














