Gemeinsame Daten statt digitaler Silos
Ein moderner Skid kann digital geplant, simuliert und getestet werden. Für eine durchgängige Nutzung der dabei entstehenden Informationen ist jedoch die Integration in die Gesamtanlage erforderlich. „Ein intelligenter Skid allein macht noch keine intelligente Anlage“, sagt Mayer. Wichtig sei eine gemeinsame Datenbasis, die von allen Beteiligten genutzt werden kann.
Nach Ansicht von Goriupp liegt eine Herausforderung darin, dass Lieferanten häufig unterschiedliche Datenstrukturen verwenden. Werden Informationen aus Bioreaktoren, Filtrationssystemen, Zentrifugen und weiteren Prozessschritten in verschiedenen Formaten bereitgestellt, erschwert dies die durchgängige Nutzung der Daten. Daten- und Informationsstandards können dazu beitragen, die Interoperabilität zwischen Systemen zu verbessern.
Aus Sicht der beiden Experten sollten entsprechende Anforderungen bereits in der Ausschreibungsphase definiert werden. Erfolgt die Festlegung von Datenmodell und Engineering-Umgebung erst später, erhöht sich der Abstimmungsaufwand.
Wirtschaftliche Auswirkungen über den Lebenszyklus
Fehlende Datenkontinuität wirkt sich insbesondere im Betrieb aus. Lieferantendaten müssen häufig manuell zusammengeführt, in Systeme wie SAP übertragen und bei Änderungen angepasst werden. Dies erhöht den Aufwand und kann zusätzliche Fehlerquellen schaffen.
Ein Ziel besteht darin, Informationen einmal zu erfassen und anschließend in Engineering, Bau, Qualifizierung, Instandhaltung und Betrieb weiterzuverwenden.
In integrierten Engineering-Umgebungen können Änderungen beispielsweise vom R&I-Schema in andere Planungsunterlagen übernommen werden. Dadurch lassen sich Dokumentation, Ersatzteilverwaltung und Instandhaltungsplanung konsistenter halten. Gleichzeitig werden Voraussetzungen für weitere digitale Anwendungen geschaffen.