29.04.2014 • NewsKriseUkraineBP

Krise in Ukraine stört BP-Bilanz

Die Krise in der Ukraine kommt den britischen Ölkonzern BP teuer zu stehen. Die Multimilliarden-Beteiligung am russischen Partner Rosneft macht BP zum größten Investor in Russland und damit gleichzeitig verwundbar für den jüngsten Wertverlust des Rubel durch die Auseinandersetzung mit dem Westen. Auch die branchenweite Schwäche bei der Weiterverarbeitung von Erdöl lastet auf dem Konzern und trug damit nach Angaben vom Dienstag zum Gewinnrückgang im ersten Quartal bei. Unternehmenschef Bob Dudley hält jedoch dessen ungeachtet an den Geschäftszielen fest und will einen höheren Anteil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten - durch eine Aufstockung der Dividende und Aktienrückkäufe. Die Aktie legte in London rund 1 % zu.

BP hält fast 20 % an dem staatlichen Ölgiganten Rosneft. Die Beteiligung trug zu Jahresanfang nur noch einen Viertel zum Gewinn bei und damit deutlich weniger als noch am Jahresende. BP hatte erst am Montag eingeräumt, sich darüber Gedanken machen zu müssen, welche geschäftlichen Folgen die neuen US-Sanktionen gegen Rosneft-Chef Igor Setschin haben werden. Die Krise könnte auch dem italienischen Öl- und Gaskonzern Eni heftige Probleme bereiten, weil dieser der größte europäische Kunde des russischen Staatsmonopolisten Gazprom ist. Eni vermeldete einen 15%igen Gewinnrückgang auf knapp 1,2 Mrd. € für das ersten Quartal.

In diesem Zeitraum verdiente BP 3,2 Mrd. US-$. Das war zwar eine Milliarde weniger als ein Jahr zuvor, aber rund 100 Mio. mehr als im Schnitt von Branchenexperten erwartet. Zum Rückgang trugen eine Abschreibung von mehr als 500 Mio. US-$ wegen der Aufgabe eines Schiefergas-Projektes in den USA sowie die Verkäufe von Geschäftsteilen bei.

Die maue Weltkonjunktur hat zuletzt in der gesamten Branche die Nachfrage im Raffineriegeschäft gedrückt, auch weil die USA wegen des dortigen Fracking-Booms viel Öl und Gas aus Schiefergestein fördern und weniger von dem Rohstoff importieren. Die Anlagen, in denen Erdöl etwa zu Benzin, Diesel, Heiz- oder Schmieröl veredelt wird, leiden daher unter Überkapazitäten.

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