12.01.2026 • News

Gefahrgutschiff erstmals mit Fernsteuerungserlaubnis

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken hat HGK Shipping in Flandern, Belgien, von der zuständigen Genehmigungsbehörde De Vlaamse Waterweg eine einjährige Testerlaubnis zum ferngesteuerten Fahren eines Gefahrgutschiffes in Verbindung mit einer möglichen Fahrzeitausweitung erwirkt.

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Auf den flämischen Wasserstraßen östlich von Antwerpen kann das Chemietankschiff ,Walcheren' von HGK Shipping im Testbetrieb per Fernsteuerung gefahren werden.
© Maritime Filming Group

HGK Shipping setzt ihr Engagement gegen den Fachkräftemangel in der Binnenschifffahrt konsequent fort: Europas größtes Binnenschifffahrtsunternehmen erhielt in Flandern, Belgien, von der zuständigen Genehmigungsbehörde De Vlaamse Waterweg (Flämische Wasserstraßen) als erste Reederei überhaupt eine einjährige Testerlaubnis zum ferngesteuerten Fahren eines Gefahrgutschiffes in Verbindung mit einer möglichen Fahrzeitausweitung. Genehmigt wird das Führen eines Schiffes aus einem Remote Operations Center (ROC) auf den Wasserstraßen östlich von Antwerpen. Anstelle von zwei Schiffsführern wird für die dritte Phase dieser Betriebsformoptimierung nur noch eine speziell qualifizierte Fachkraft an Bord benötigt. Der Chemietanker ,Walcheren' ist im flämischen Gebiet Belgiens ebenso das erste Schiff von HGK Shipping, das mit besatzungsoptimierter Schiffssteuerung den Vorteil der innovativen Technologie nutzen wird.

„Der smartere Personaleinsatz ist das Ziel unserer Anstrengungen für eine ferngesteuerte Binnenschifffahrt, um dem akuten und zukünftig drastischer werdenden Fachkräftemangel gerecht zu werden. Die jetzt in Flandern erteilte Genehmigung, die es in gewissen Betriebsformen erlaubt, die Besatzung an Bord um einen Schiffsführer zu reduzieren, stellt einen enorm wichtigen Schritt auf diesem Weg dar“, sagt Steffen Bauer, CEO der HGK-Gruppe und Vorsitzender der Geschäftsführung von HGK Shipping. „Die für ein Gefahrgutschiff unserer Wijgula-Flotte ausgestellte Erlaubnis zeigt, dass die Technik die Behörden in vorherigen Testphasen in puncto Sicherheit restlos überzeugte.“

Bereits in Phase 2 des Testbetriebs, die HGK Shipping in den Niederlanden und Deutschland ebenfalls schon umsetzt, wurden Schiffe aus den einzelnen ROC ferngesteuert. In dieser Übergangsphase blieben jedoch die laut Personalverordnungen vorgeschriebenen Schiffsführer weiterhin an Bord. Das ist auf der festgelegten Strecke auf den flämischen Wasserstraßen nicht mehr erforderlich, da die Technik des Projektpartners Seafar ihre Betriebszuverlässigkeit und die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen nachgewiesen hat.

In Phase 3 benötigt HGK Shipping für die reglementierte sog. A2-Fahrtzeit von 18 Stunden nur noch einen Schiffsführer und einen Matrosen anstelle von zwei Schiffsführern auf der „Walcheren“. Der ROC-Operator, der alle notwendigen Qualifikationen besitzt, übernimmt für vier Stunden die Fernsteuerung des Schiffes, während der Matrose den Schiffsbetrieb im Steuerhaus überwacht und der mitfahrende Schiffsführer seine Ruhezeit einhält. Diese Umsetzung erfordert eine intensive Einarbeitung sowie eine enge Abstimmung zwischen den Projektpartnern.

Sichere Transporte bei flexiblem Personaleinsatz

„Dass gerade die ‚Walcheren‘, ein Chemietankschiff, unser erstes Schiff für Phase 3 ist, verdeutlicht den hohen Grad der Verlässlichkeit, den die Behörden in Flandern der Technik nun auch für sensible Gütergruppen attestieren. Nach erfolgreichen Phase-2-Tests in den Niederlanden und Deutschland erwarten wir auch dort durch enge Abstimmung mit den Verantwortlichen zeitnah den Übergang zum besatzungsoptimierten Fahren“, betont Bauer mit Blick auf die Zielsetzungen des Unternehmens.

Angesichts des spürbaren Fachkräftemangels bei Schiffsführern und des Ziels, das Berufsbild durch innovative Digitallösungen attraktiver zu gestalten, treibt HGK Shipping die Entwicklung der Fernsteuerung von Binnenschiffen konsequent voran. Die zuletzt in Betrieb genommenen Schiffe verfügen bereits über die notwendige Technik, bei älteren Modellen wird sie je nach Bedarf schrittweise nachgerüstet.

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HGK AG

Am Niehler Hafen 2
50735 Köln
Deutschland

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