07.11.2026 • News

Evonik nach drittem Quartal optimistischer

Evonik hat im dritten Quartal wieder ein starkes Ergebnis erzielt. Der erfolgreiche Geschäftsverlauf lässt für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn in der oberen Hälfte der Prognosespanne erwarten.

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© Evonik

Im Zeitraum von Juli bis September stieg das bereinigte EBITDA verglichen mit dem Vorjahresquartal um 40% auf 629 Mio. EUR, trotz anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums und geopolitischen Unsicherheiten. Evonik hatte im August einen Wert in etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals (630 Mio. EUR) in Aussicht gestellt.

Evonik erwartet für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Mrd. EUR. Nach aktuellem Stand ist ein Ergebnis in der oberen Hälfte dieser Spanne wahrscheinlich. Dabei rechnet das Unternehmen mit einem Gewinnanstieg im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Unsere strategische Aufstellung zahlt sich voll aus. Wir sind stark und robust“, sagt Claus Rettig, Vorstandschef ad interim. „Wir sind nochmals optimistischer beim Ausblick. Im Gegenwind fliegen Drachen am höchsten.“

Evonik hatte bereits im Juni die Jahresprognose angehoben. Das Spezialchemieunternehmen verfolgt konsequent das Ziel, durch bessere Kostenstrukturen, ein klar abgegrenztes Portfolio und fokussierte Investitionen seine ambitionierten Mittelfristziele zu erreichen. Dazu zählt insbesondere eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von etwa 11% bis 2029. Im laufenden Jahr dürfte der Wert bereits auf über 8% steigen (2025: 6,1%).

Wie bereits angekündigt wird das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ (ETM) bis 2029 verlängert, um die Kostenbasis deutlich abzusenken. Für einen Großteil der zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen von ETM hat Evonik im dritten Quartal 313 Mio. EUR zurückgestellt, etwa für Abfindungen. Diese Rückstellungen gehen zulasten des Konzernergebnisses von -53 Mio. EUR (Q3 2025: -106 Mio. EUR).

Der Verkaufsprozess für Oxeno, die C4-Chemie von Evonik, schreitet planmäßig voran. Die Bekanntgabe eines Käufers wird in den kommenden Monaten erwartet. Für den Verkauf von Syneqt, der Betreiberin der Chemieparks in Marl und Wesseling, laufen die Vorbereitungen an.

Der Umsatz im dritten Quartal stieg gegenüber dem Wert des Vorjahresquartals um 13%. Das ist der stärkste Anstieg seit dem 3. Quartal 2022. Die Verkaufsmengen lagen um 2% höher, die Preise um 10%. Der Free Cashflow fiel mit 369 Mio. EUR abermals sehr stark aus (Q3 2025: 300 Mio. EUR). In den ersten 9 Monaten des Jahres hat sich der Free Cashflow auf 601 Mio. EUR mehr als verdoppelt. Dies kommt dem Abbau der Verschuldung zugute. Im Jahr 2026 strebt Evonik unverändert eine Cash Conversion Rate von etwa 40% an (2025: 37%) und erwartet auf Jahressicht einen Free Cashflow von etwa 850 Mio. EUR (2025: 695 Mio. EUR).

„Höheres operatives Ergebnis, deutlich verbesserter Cashflow und niedrigere Verschuldung, so verbessern wir unser Finanzprofil stetig weiter, was zuletzt auch die Ratingagentur Moody’s durch eine Hochstufung bestätigt hat”, sagt Finanzvorstand Michael Rauch. Moody’s hatte das Kreditrating von Evonik am 27. August um eine Stufe auf Baa1 angehoben.

Insbesondere das Segment Advanced Technologies konnte im dritten Quartal gute Zahlen vorlegen, das bereinigte EBITDA stieg im Vorjahresvergleich um außerordentlich starke 87% an. Die resiliente, globale Aufstellung dieser Geschäfte sowie konsequente Effizienzverbesserungen in großen Bereichen wie Animal Nutrition und High Performance Polymers ermöglichte diesen Erfolg, trotz der Einschränkungen der globalen Lieferketten infolge des Krieges im Nahen Osten.

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