26.08.2013 • News

AstraZeneca kauft Krebsmedizin-Spezialisten Amplimmune

In der Pharmaindustrie schnappt sich der nächste Branchenriese eine deutlich kleinere Biotechnologiefirma: Der britische AstraZeneca-Konzern übernimmt das US-Unternehmen Amplimmune und zahlt dafür bis zu 500 Mio. US-$. Damit soll die AstraZeneca-Biotech-Tochter Medimmune ihre Krebsmittel-Entwicklung stärken, wie Medimmune am Montag mitteilte. Amplimmune ist auf einem Forschungsfeld tätig, das der Arzneimittelbranche einen Quantensprung verspricht. Ziel ist es, durch eine Stärkung des Immunsystems den Krebs zu bekämpfen. Gelingt hier der Durchbruch, könnte die größte Medikamentenklasse der Geschichte entstehen, wie die Analysten der Großbank Citigroup vorrechnen, mit einem jährlichen Umsatzpotenzial von 35 Mrd. US-$.

Auch die Pharmagrößen Roche und Merck & Co mischen in diesem hoffnungsträchtigen Geschäft mit. Die von Amplimmune entwickelten Stoffe befinden sich noch in der vorklinischen Phase. 225 Mio. US-$ des Kaufpreises sollen unmittelbar bezahlt werden. Bei Erreichen bestimmter Entwicklungsziele können bis zu 275 Mio. hinzukommen.

Biotechunternehmen stehen derzeit in großer Zahl auf den Einkaufslisten von Pharmakonzernen, die gegen Umsatzausfälle wegen auslaufender Patente zu kämpfen haben. Wie wichtig der Hoffnungsmarkt Krebsmedizin ist, zeigt auch die am Sonntagabend bekannt gegebene Übernahme der US-Firma Onyx durch Biotech-Branchenprimus Amgen. Dieser legt 10,4 Mrd. US-$ auf den Tisch für ein Unternehmen, das Analysten zufolge im kommenden Jahr keine 900 Mio. US-$ Umsatz machen wird.

 

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