17.04.2013 • News

Arzneimittelmarkt

(Ausgabe: CHEManager 7-8/2013)      Medikamente steigern Lebenserwartung        Nicht zuletzt dank neuer Medikamente hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland in den letzten 20 Jahren bei Frauen um vier, bei Männern um fünf Jahre erhöht. So hat sich etwa durch gezielt gegen Tumore gerichtete Medikamente für viele Patienten die mittlere Lebenszeit nach der Diagnose Krebs z.T. deutlich verlängert. Die Innovationen der forschenden Pharmaunternehmen leisten beim Anstieg der Lebenserwartung einen entscheidenden Beitrag. Rund 40 % der gewonnenen Lebensjahre gehen auf die Verfügbarkeit innovativer Medikamente zurück. Doch noch immer sind nur rund ein Drittel aller bekannten Krankheiten heilbar oder zumindest gut behandelbar.

Erfolge bei Herz-Kreislauf-Krankheiten       Besonders die Krankheiten, von denen vor allem ältere Menschen betroffen sind, stehen im Fokus der Forschungsaktivitäten deutscher Pharmaunternehmen: Hierzu zählen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer. Derzeit forschen die VfA-Firmen an 40 Arzneimittelprojekten für Herz-Kreislauf-Krankheiten, die mit 350.000 Toten im Jahr 2010 nach wie vor Todesursache Nummer 1 in Deutschland darstellen. Seit 1980 hat sich die Anzahl der Todesfälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen jedoch um rund 30 % reduziert. Mitverantwortlich dafür sind neue, effektive Medikamente u.a. gegen Bluthochdruck und zur Schlaganfallprophylaxe.

Wachstum in Asien und Lateinamerika            
Seit 1992 hat sich der Umsatz mit Arzneimitteln weltweit mehr als vervierfacht. Mit rund 36 % bleiben die USA der weltweit größte Einzelmarkt, gefolgt von Europa und Japan. Mit dem Erstarken der Volkswirtschaften in Lateinamerika, Osteuropa, Indien und China - aber auch der verbesserten Gesundheitsversorgung in anderen Regionen der Welt - verschieben sich die Gewichte. Während die klassischen Industrienationen bei ihren Arzneimittelausgaben stagnieren oder bestenfalls moderat ansteigen, liegen die Steigerungsraten in den übrigen Weltregionen bei zum Teil deutlich über 10 % pro Jahr. 2011 betrug das Wachstum in den lateinamerikanische und asiatische Ländern zwischen 13 % und 18 %.


Deutsche Arzneimittleausgaben stagnieren          In Deutschland stagnieren die Ausgaben für Arzneimittel seit einigen Jahren: Sie betragen stabil etwa 1,7 % des Bruttoinlandsproduktes. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld der untersuchten OECD-Staaten. Gemessen an den gesamten Gesundheitsausgaben liegt Deutschland im Vergleich mit anderen Staaten sogar in der unteren Hälfte. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel liegt Deutschland im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld. Berücksichtigt man die Wirtschaftskraft (gemessen als Bruttoinlandsprodukt) oder die anderen Gesundheitsausgaben, ist Deutschland eher im mittleren und unteren Bereich der Vergleichsskala zu finden.


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Lisa Rausch (lisa.rausch@wiley.com).

 

 

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