Energieintensive Synthese neu denken: Von der Mechanochemie zur industriellen Produktion

Eine nachhaltige chemische Produktion erfordert neue Wege zur Herstellung von Materialien, für deren Synthese bislang häufig hohe Temperaturen, Lösungsmittel und mehrere Prozessschritte notwendig sind. Die Herausforderung besteht darin, alternative Syntheseverfahren in zuverlässige und wirtschaftlich tragfähige industrielle Prozesse zu überführen. MechSyn entwickelt mechanochemische Synthese- und Verarbeitungsverfahren für anorganische Hochleistungsmaterialien. Dabei wird mechanische Energie genutzt, um chemische Reaktionen auszulösen und Pulvereigenschaften zu beeinflussen. Je nach Materialsystem lassen sich dadurch thermische Anforderungen reduzieren, Lösungsmittel vermeiden und Strukturen erzeugen, die mit konventionellen Verfahren nur schwer zugänglich sind.
Katalyse: Synthese und Leistungsfähigkeit verbinden

Mit mechanochemischen Verfahren lassen sich Materialien mit hoher spezifischer Oberfläche sowie gezielt angepasste Katalysatoren und Katalysatorträger herstellen. Mögliche Anwendungen umfassen Hydrierungsreaktionen, die umgekehrte Wassergas-Shift-Reaktion und die Elektrokatalyse. Hier sind Aktivität, Selektivität und Stabilität entscheidend für die industrielle Leistungsfähigkeit.
Elektronik und Energiematerialien: Funktionelle Eigenschaften
Batterien, Brennstoffzellen, Elektrolyseure und elektronische Bauteile benötigen Materialien mit hoher Leitfähigkeit, Stabilität und Lebensdauer. Mechanochemische Synthesewege für Carbide, Nitride und Boride können die erforderlichen Synthesetemperaturen senken und Materialeigenschaften beeinflussen. MechSyn konnte bei mechanochemisch hergestelltem Chromcarbid eine deutlich höhere elektrische Leitfähigkeit nachweisen als bei einem kommerziellen Referenzmaterial.
Hochleistungskeramik: Neue Ansätze für die Pulversynthese
Bei keramischen Materialien wie Aluminiumoxid und Zirkoniumoxid kann Mechanochemie Ausgangsstoffe aktivieren, die Phasenbildung beeinflussen und Pulvereigenschaften gezielt einstellen. Dadurch können sich Synthesewege verkürzen lassen. Nachgelagerte Wärmebehandlungen oder Sinterprozesse müssen jedoch weiterhin berücksichtigt werden.
Recycling und Schadstoffabbau: Wertstoffrückgewinnung
Mechanochemische Verfahren können die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Abfallströmen und den Abbau persistenter Schadstoffe wie PFAS in Feststoffen unterstützen. Ziel ist eine wirksame Behandlung mit effizientem Ressourceneinsatz und gut charakterisierten Behandlungsergebnissen.
Skalierung, Sensorik und KI: Auf dem Weg zur intelligenten Produktion

Die industrielle Skalierung mechanochemischer Verfahren erfordert mehr als größere Anlagen. Mischverhalten, Energieübertragung, Wärmeentwicklung und Verschleiß verändern sich mit zunehmender Anlagengröße und beeinflussen Durchsatz, Reproduzierbarkeit und Produktqualität. MechSyn entwickelt mechanochemische Produktionssysteme im größeren Maßstab mit integrierter Sensorik und KI-gestützter Prozessanalyse. Die Überwachung von Drehmoment, Vibrationen, Temperatur und weiteren Betriebsparametern kann helfen, Prozessabweichungen zu erkennen und Prozessbedingungen mit Ergebnissen der Materialcharakterisierung zu verknüpfen. Die gewonnenen und validierten Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine gezielte Prozessoptimierung und eröffnen langfristig die Möglichkeit einer adaptiven Prozessregelung.
Das Team hinter der Technologie
MechSyn vereint Expertise in mechanochemischer Synthese, anorganischen Materialien, Materialcharakterisierung und Prozessskalierung mit kaufmännischer Strategie. Diese Kombination verbindet wissenschaftliche Entwicklung mit industriellen Anforderungen und unterstützt den Übergang von Laborergebnissen zu reproduzierbaren und wirtschaftlich tragfähigen Produktionsprozessen. Ein hochkarätig besetzter Beirat ergänzt das Kernteam um zusätzliche Perspektiven. Die Zusammenarbeit zwischen Team, Beirat und Industriepartnern hilft dabei, wissenschaftliche Potenziale mit konkreten Produktionsanforderungen und Kundenbedürfnissen zu verbinden.
Von der produktionstechnischen Herausforderung zum Entwicklungsprojekt
Ob Mechanochemie Vorteile bietet, hängt vom jeweiligen Material und dem bestehenden Herstellungsverfahren ab. Energie- und Rohstoffverbrauch, Ausbeute, Durchsatz, Materialleistung und Produktionskosten müssen gemeinsam bewertet werden. Niedrigere Synthesetemperaturen allein garantieren weder einen geringeren Energieverbrauch noch niedrigere Emissionen. MechSyn arbeitet mit Industriepartnern an Machbarkeitsstudien, Prozessoptimierung und Skalierung, um vielversprechende Syntheseergebnisse in reproduzierbare Produktionsverfahren mit messbaren technischen, wirtschaftlichen und ressourcenbezogenen Vorteilen zu überführen.
Könnte Ihr Material von einem alternativen Syntheseverfahren profitieren? Entdecken Sie gemeinsam mit MechSyn die Möglichkeiten.
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Tel.: +49 208 306 2379

















