18.06.2014 • News

Zunehmende internationale Konkurrenz im Großanlagenbau

(Ausgabe: CHEManager 11-12/2014)     Globale Wettbewerbslandschaft     Der internationale Markt für Großanlagen wird seit Jahrzehnten von Anbietern aus den Industrieländern dominiert. Unternehmen aus den USA, Japan und Westeuropa (u.a. Deutschland, Frankreich, Italien und Skandinavien) haben dabei die höchste Bedeutung. Der Einfluss der etablierten Marktteilnehmer geht jedoch zurück, denn inzwischen haben sich auch neue Wettbewerber auf dem internationalen Anlagenbaumarkt etabliert. Einige dieser Firmen stammen aus den Industriestaaten, die Mehrheit jedoch aus asiatischen Schwellenländern wie China und Südkorea (Grafik 1).

 

Veränderung des Wettbewerbsdrucks     Einer Umfrage unter Top-Managern des deutschen Großanlagenbaus zufolge hat der Wettbewerbsdruck in den vergangenen drei Jahren erheblich zugenommen. Während chinesische Anbieter weiterhin als weltweit stärkste Wettbewerber wahrgenommen werden, hat der südkoreanische Anlagenbau als Folge von Abwicklungsproblemen bei Großprojekten im Vergleich zu früheren Studien an Boden verloren (Grafik 2). Dies wirkt sich augenscheinlich auch auf die Wahrnehmung des von Südkorea ausgehenden Wettbewerbsdrucks aus. Gingen 2012 noch 83 % der Verantwortlichen im Industrieanlagenbau von einer deutlichen Zunahme dieses Drucks in den kommenden drei Jahren aus, waren es 2014 nur noch 45 %.

 

Kostennutzen aus der Modularisierung     Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, setzt der deutsche Großanlagenbau auf Standardisierung und Modularisierung. Dadurch sollen zusätzlich zum Ausbau der Technologieführerschaft und der Erweiterung des Serviceportfolios vor allem die Kosten gesenkt werden. Die möglichen Einsparungen werden auf bis zu 10 % geschätzt. Die konsequente Nutzung von Baureihen auf Baugruppen- und Maschinenebene und Anwendung in einer Plattformstrategie erweist sich dabei als das Kernstück einer erfolgreichen Modularisierungsstrategie. Nur durch den wiederholten Einsatz von Systemen und Anlagen können über Skaleneffekte die Fehlleistungskosten und Projektlaufzeiten signifikant gesenkt werden (Grafik 3).

 

Effizienznutzen aus der Modularisierung     Für eine erfolgreiche Modularisierung und Standardisierung sind in der Organisation der Unternehmen sowie in den Geschäftsprozessen umfangreiche Anpassungen notwendig. Diese Änderungen betreffen vor allem das Engineering und die Angebotserstellung. Doch auch der Vertrieb, der es bislang gewohnt war, kundenspezifische Unikate anzubieten, muss sich auf die neue Strategie einstellen und verstärkt Standards verkaufen (Grafik 4). Die dargestellten Daten entstammen einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Maexpartners und der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB), die Anfang Juli offiziell vorgestellt wird.

 

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