29.10.2026 • News

Wacker steigert Ergebnis im 3. Quartal gegenüber Vorjahr

Wacker Chemie erzielte im 3. Quartal 2026 einen Umsatz von 1,47 Mrd. EUR (Q3 2025: 1,34 Mrd. EUR), der damit 9% über dem Vorjahreswert lag. Im Vergleich zum Vorquartal verringerte sich der Umsatz um 3% (Q2 2026: 1,52 Mrd. EUR).

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© Wacker

Alle Geschäftsbereiche übertrafen beim Umsatz das Vorjahresniveau. Dies ist vor allem auf höhere Preise und teilweise auf höhere Absatzmengen zurückzuführen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im 3. Quartal auf 217 Mio. EUR. Es hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr – trotz höherer Rohstoff- und Energiepreise – nahezu verdoppelt (Q3 2025: 112 Mio. EUR). Dabei haben die Chemiebereiche und der Geschäftsbereich Polysilicon ihr Ergebnis verbessert; der Bereich Biosolutions lag beim EBITDA auf Vorjahresniveau. Die positive EBITDA-Entwicklung ist in erster Linie auf Kosteneinsparungen aus dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE, das Wacker im Oktober 2025 gestartet hat, zurückzuführen. Zudem beeinflussten Währungseffekte, ein vorteilhafter Produktmix und ein Sondereffekt aus einer Vertragsauflösung im Geschäftsbereich Polysilicon in Höhe von rund 35 Mio. EUR das EBITDA positiv. Im Vergleich zum Vorquartal bewegte sich das EBITDA mit einer geringen Steigerung um 3% auf vergleichbarem Niveau (Q2 2026: 211 Mio. EUR). Für den Berichtszeitraum Juli bis September 2026 ergibt sich damit eine EBITDA-Marge von 14,8% (Q3 2025: 8,3%). Im 2. Quartal 2026 hatte sie bei 13,9% gelegen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist aufgrund der oben beschriebenen Effekte im 3. Quartal deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Es lag bei 103 Mio. EUR (Q3 2025: −20 Mio. EUR). Das entspricht einer EBIT-Marge von 7,0% (Q3 2025: −1,5%). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beträgt 87 Mio. EUR (Q3 2025: -82 Mio. EUR). Es enthält einen Nettoeffekt von rund −1 Mio. EUR aus der weiteren Teilveräußerung der Beteiligung an der Siltronic, der letztmaligen Anwendung der At-Equity-Methode sowie der bilanziellen Umklassifizierung der verbleibenden Beteiligung. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 1,68 EUR (Q3 2025: −1,73 EUR).

Positive Effekte aus Refocus und Kosten- und Effizienzprogramm PACE

„Wir haben das 3. Quartal mit deutlich höheren Werten als im Vorjahreszeitraum abgeschlossen. Das zeigt einmal mehr: die Kosten- und Effizienzmaßnahmen, die wir vor einem Jahr im Rahmen von PACE eingeleitet haben, greifen. Wir sind hier voll auf Kurs und werden die Ziele, die wir uns für das Jahr 2026 gesteckt haben, auch erreichen”, sagt Christian Hartel, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG. Mit PACE will Wacker ab 2028 jährlich über 300 Mio. EUR einsparen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken.

Gleichzeitig will Wacker künftig wieder wachsen. Das Unternehmen hatte auf seinem Kapitalmarkttag im September seine strategischen Stoßrichtungen und neuen finanziellen Zielgrößen vorgestellt. „Unter dem Motto Refocus konzentrieren wir uns auf Wachstum in ausgewählten, attraktiven Märkten und eine stringente Portfoliosteuerung des Geschäfts. So wollen wir das Potential von Wacker voll entfalten und unsere Profitabilität steigern. Basis hierfür sind die bereits eingeleiteten Struktur- und Effizienzmaßnahmen zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit,“ erläutert Hartel.

Der Konzern strebt eine Wachstumsrate oberhalb des globalen Wirtschaftswachstums an. Erreicht werden soll dieses Ziel durch einen besseren Produktmix und ein beschleunigtes Wachstum in ausgewählten Segmenten. Die EBITDA-Marge soll auf 15% steigen (plus/minus 2%). Auf Basis all dieser Maßnahmen sowie einer geringeren Kapitalintensität will das Unternehmen eine nachhaltige Steigerung seiner Kapitalrendite (ROCE) auf über 10% erreichen.

„Das wirtschaftliche Umfeld ist für die gesamte Branche nach wie vor herausfordernd. Wacker hat sich angesichts dessen gut behauptet“, kommentiert Hartel mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im 3. Quartal. Auch wenn Umsatz und EBITDA höher lägen als im Vorjahreszeitraum, so sei konjunkturell noch keine nachhaltige Trendwende erkennbar. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Automobil- oder Bauindustrie sei weiterhin verhalten. Für zusätzliche, anhaltende Unsicherheit sorge der Konflikt im Nahen Osten.

Ausblick auf das Gesamtjahr

Die Jahresprognose von Wacker, die das Unternehmen mit der Vorlage der Zahlen zum 2. Quartal angepasst hat, gilt weiterhin. Lediglich den Ausblick für die Nettofinanzschulden für das Gesamtjahr hat das Unternehmen vor allem aufgrund der Mittelzuflüsse aus der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG sowie der Veräußerung von Wertpapieren im Rahmen der Umstellung der Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen auf rund 200 Mio. EUR reduziert (bisherige Prognose: Nettofinanzschulden in Höhe von rund 500 Mio. EUR).

Der Ausblick für alle anderen Kennzahlen ist unverändert. Das Unternehmen geht nach wie vor davon aus, dass das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen wird. Beim EBITDA geht das Unternehmen von einer Spanne von 625 bis 750 Mio. EUR aus, wobei aller Voraussicht nach die obere Hälfte der Bandbreite erreicht wird. Bei der EBITDA-Marge geht das Unternehmen von einem niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus. Die Investitionen werden sich 2026 voraussichtlich auf etwa 300 Mio. EUR belaufen. Weiterhin rechnet Wacker für 2026 in Summe mit einem positiven Netto-Cashflow, der deutlich über dem Niveau von 2025 liegt.

Aufgrund der derzeit nicht vorhersehbaren künftigen Entwicklungen im Nahen Osten und den weiterhin ungeklärten Auswirkungen der amerikanischen Handelsverfahren für Importe von Polysilicium und dessen Derivate ist die Prognose nach wie vor mit einer anhaltend hohen Unsicherheit behaftet.

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