Wacker steigert Ergebnis im 2. Quartal
Der Konzernumsatz von Wacker liegt im 2. Quartal mit 1,52 Mrd. EUR rund 7% über Vorjahresniveau, gleichzeitig innerhalb der Markterwartungen.

Wacker erzielte im 2. Quartal 2026 einen Umsatz von 1,52 Mrd. EUR (Q2 2025: 1,41 Mrd. EUR), der damit 7% über dem Vorjahreswert lag. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz um 8% (Q1 2026: 1,41 Mrd. EUR). Alle Geschäftsbereiche übertrafen im 2. Quartal beim Umsatz das Vorjahresniveau; die Chemiebereiche konnten ihren Umsatz auch im Vergleich zum 1. Quartal 2026 steigern. Gründe dafür waren unter anderem zum Teil höhere Preise und Mengen.
Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im 2. Quartal auf 211 Mio. EUR. Es hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 85% erhöht (Q2 2025: 114 Mio. EUR). Im Vergleich zum Vorquartal ist das Ergebnis um 22% gestiegen (Q1 2026: 173 Mio. EUR). Für den Berichtszeitraum April bis Juni 2026 ergibt sich damit eine EBITDA-Marge von 13,9% (Q2 2025: 8,1%). Im 1. Quartal 2026 hatte sie bei 12,3% gelegen. Grund für den Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal waren vor allem Kosteneinsparungen aus dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE, das Wacker im Oktober 2025 gestartet hat. Im EBITDA ist außerdem ein nicht-operativer Ertrag in Höhe von 36,7 Mio. EUR aus einer Anpassung der Pensionsrückstellungen enthalten. Die Einführung einer Kapitaloption in Deutschland führte zu einer Neubewertung der zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen und damit zu einer Verringerung des Verpflichtungsumfangs.
Der Umsatz mit 1,52 Mrd. EUR, wie auch das operative Ergebnis mit 175 Mio. EUR liegen damit im 2. Quartal unter Berücksichtigung des beschriebenen Sondereffekts im Rahmen der aktuellen Markterwartungen, die sich für den Konzernumsatz im Schnitt auf 1,49 Mrd. EUR und für das EBITDA auf 172 Mio. EUR belaufen (Quelle: Vara Research, 21. Juli 2026).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist aufgrund der oben beschriebenen Effekte im 2. Quartal deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Es lag bei 96 Mio. EUR (Q2 2025: –11 Mio. EUR). Das entspricht einer EBIT-Marge von 6,3% (Q2 2025: –0,8%). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beträgt 350 Mio. EUR (Q2 2025: –19 Mio. EUR). Dabei enthält das Ergebnis 243 Mio. EUR an Siltronic-bezogenen Effekten. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf 6,86 EUR (Q2 2025: –0,49 EUR).
Kosten- und Effizienzprogramm PACE zeigt Wirkung
„In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds und den Herausforderungen, vor denen die chemische Industrie steht, hat sich Wacker im 2. Quartal gut behauptet. Unser Ergebnis liegt deutlich über den Werten des Vorjahreszeitraums. Das liegt zum einen an der guten operativen Performance, zum anderen zeigt unser Kosten- und Effizienzprogramm PACE Wirkung“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Christian Hartel das Ergebnis des 2. Quartals. Mit PACE will Wacker jährlich über 300 Millionen Euro einsparen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken. „Die Umsetzung der PACE-Maßnahmen schreitet weltweit voran, wir sind voll im Plan”, sagt Hartel.
Konjunkturell habe sich die Lage in der chemischen Industrie gleichwohl kaum verbessert, so Hartel weiter. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Automobil- oder Bauindustrie sei weiterhin schwach. „Auf der Nachfrageseite sehen wir aktuell keine Trendwende.” Für zusätzliche Unsicherheit sorgen derzeit die Entwicklungen im Nahen Osten, die zum Teil zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und Verwerfungen in den Lieferketten geführt haben. Daraus entstandene Mehrkosten gibt Wacker an seine Kunden weiter. Entsprechend wurden im 2. Quartal die Preise für Silicone und Polymere erhöht.
Den aktuellen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen begegnet Wacker mit konsequenten Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, wie etwa dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE. Der Wettbewerb – insbesondere aus Asien – nehme weiter zu, erläutert Hartel. Gleichzeitig würden in vielen Märkten massive Überkapazitäten bestehen. „Die Spielregeln in der Branche verändern sich gerade grundlegend. Wir bei Wacker stellen uns diesem Wandel mit unseren strategischen Prioritäten“, so Hartel. „Wir schärfen unser Geschäftsmodell. Wir optimieren unsere Prozesse und Strukturen. Und: Wir fordern und fördern unsere Mitarbeitenden. Diese drei Prioritäten sind unser strategischer Kompass. Sie weisen uns den Weg in die Zukunft.“
Ausblick auf das Gesamtjahr
Angesichts der bestehenden Unsicherheiten und der hohen Volatilität in den Märkten hat Wacker seine Jahresprognose mit der Vorlage der Zahlen zum 2. Quartal angepasst. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich (vorherige Prognose: hoher einstelliger Prozentbereich) liegen wird. Grund für die Anpassung ist eine abgeschwächte Erwartung für Steigerungen bei Rohstoff- und Energiepreisen, die sich im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich auf die Verkaufspreise auswirken werden. Beim EBITDA geht das Unternehmen nun von einer Spanne von 625 bis 750 Mio. EUR (vorherige Prognose: in der Spanne von 550 bis 700 Mio. EUR) aus. Hintergrund für die Anpassung ist die gute operative Performance im 2. Quartal sowie der bereits beschriebene nicht-operative Ertrag aus einer Änderung bei den Pensionsrückstellungen, der das EBITDA im 2. Quartal positiv beeinflusst hat. Angepasst wurden zudem die Erwartungen bezüglich der Nettofinanzschulden. Aufgrund des Mittelzuflusses aus der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG geht das Unternehmen nun von Nettofinanzschulden in Höhe von rund 500 Mio. EUR aus (vorherige Prognose: Nettofinanzschulden um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert unter dem Niveau des Vorjahres von 886 Mio. EUR).
Der Ausblick für alle anderen Kennzahlen bleibt unverändert. Bei der EBITDA-Marge geht das Unternehmen nach wie vor von einem niedrigen zweistelligen Bereich aus. Die Investitionen werden sich 2026 voraussichtlich auf etwa 300 Mio. EUR belaufen. Weiterhin rechnet Wacker für 2026 in Summe mit einem positiven Netto-Cashflow, der deutlich über dem Niveau von 2025 liegt. Aufgrund der derzeit nicht vorhersehbaren künftigen Entwicklungen im Nahen Osten und den weiterhin ungeklärten amerikanischen Handelsverfahren für Importe von Polysilicium und dessen Derivate ist die Prognose nach wie vor mit einer anhaltend hohen Unsicherheit behaftet.















