03.10.2013 • NewsRocheOnkologieKrebs

Roche setzt verstärkt auf Präparate außerhalb der Onkologie

Roche will seinen Erfolg in der Krebsbehandlung auf andere Krankheitsgebiete übertragen. Die Forschungspipeline enthalte vielversprechende Wirkstoffe gegen entzündliche Erkrankungen und Augenkrankheiten, teilte der Basler Arzneimittelhersteller am Dienstag vor Beginn einer Investorenveranstaltung zur spätklinischen Forschungspipeline in London mit. "Unsere breite Pipeline in der Onkologie erlaubt es uns, sich ergänzende Medikamente zu kombinieren, um Tumorzellen über mehrere Pfade ins Visier zu nehmen und möglicherweise zu eliminieren", erklärte Hal Barron, leitender medizinischer Direktor und Chef der globalen Produktentwicklung. "Wir setzen aber auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse, um unsere anderen etablierten Bereichen wie Immunologie und Ophthalmologie weiterzuentwickeln."

Roche kündigte an, mit dem Wirkstoff Etrolizumab nach vielversprechenden Testergebnissen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in der ersten Hälfte 2014 eine spätklinische Studie zu starten. Das Präparat Lampalizumab erwies sich in Phase II-Studien als wirksam gegen geografische Atrophie, eine fortgeschrittenen Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), die als häufigste Ursache für die Erblindung von Menschen über 50 Jahren gilt.

Während Roche in der Krebsmedizin weltweit führend ist, mussten die Schweizer in anderen Therapiegebieten wiederholt Rückschläge wegstecken. Neue Diabetes- und Herz-Kreislauf-Arzneien mit dem Potenzial für Milliardenumsätze hatte der Konzern zuletzt abgeschrieben und die Forschung im Bereich Stoffwechsel- und kardiovaskulare Erkrankungen steht auf dem Prüfstand.

Seine führende Stellung in der Krebstherapie untermauert Roche mit zahleichen spätklinischen Projekten, etwa den beiden Brustkrebsmedikamenten Kadcyla und Perjeta oder dem neuartigen Blutkrebsmittel GA101. Wie gerufen kam der jüngste Zulassungserfolg in den USA. Die US-Arzneimittelbehörde FDA gab zu Wochenbeginn Perjea für eine breitere Anwendung frei - fast einen Monat vor dem Ende der Begutachtungsfrist. Das Brustkrebsmedikament darf als erstes Mittel überhaupt künftig auch für eine sogenannte "neoadjuvante Therapie" eingesetzt werden - eine Behandlung im Frühstadium der Erkrankung, in dem der Tumor noch keine Krebszellen außerhalb der Brust oder der benachbarten Lymphknoten gestreut hat. Eine Therapie unmittelbar nach der Diagnose und noch vor einer Operation zielt darauf ab, den Tumor zu verkleinern, um ihn chirurgisch leichter entfernen zu können oder eine brusterhaltende Operation zu ermöglichen.

Insgesamt hat Roche den Angaben zufolge zehn neue Wirkstoffe in den Therapiegebieten Krebs, Immunologie, Augenheilkunde und Erkrankungen des zentralen Nervensystems in der spätklinischen Entwicklung. Für Forschung und Entwicklung gab der Konzern im vergangenen Jahr 8,5 Mrd. CHF (6,9 Mrd. €) aus - 18,6% des Umsatzes. Mehr als 18.000 Forscher arbeiten weltweit für Roche.

 

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