Neues aus dem VAA – Sprecherausschusswahlen 2026
Die Zukunft des Industriestandorts Deutschland entscheidet sich nicht nur in Berlin und Brüssel – sie entscheidet sich auch in den (Großraum-)Büros der Unternehmen selbst.

Während auf der politischen Bühne um Wettbewerbsfähigkeit, Energiepreise und Innovationsfähigkeit gerungen wird, müssen leitende Angestellte in der Chemie‑ und Pharmaindustrie tagtäglich die Folgen politischer Entscheidungen managen: Umstrukturierungen, Kostendruck, veränderte Rollenprofile und dabei die Moral der Mannschaft hochhalten.
Gerade jetzt brauchen Fach- und Führungskräfte starke Vertretungen mit einer hörbaren Stimme im Unternehmen. „Die frühzeitige Einbindung von Sprecherausschüssen in Entscheidungen bringt operative Erfahrung in den Prozess ein und sorgt für fundierte und tragfähige Lösungen. Davon profitieren alle Beschäftigten, im Tarifvertrag- und darüber hinaus, ebenso wie die Arbeitgeber”, sagt Stephan Gilow, Hauptgeschäftsführer des VAA, dem Verband der Fach- und Führungskräfte in der chemisch-pharmazeutischen Industrie.
Für Fach- und Führungskräfte bedeutet das: Sie brauchen eine starke Vertretung ihrer eigenen Interessen in diesen politisch wie wirtschaftlich turbulenten Jahren. Darum sind die diesjährigen Sprecherausschusswahlen und innerbetriebliche Mitgestaltung von zentraler Bedeutung im Schicksalsjahr 2026.
Führungskräfte zwischen Verantwortung und eigener Betroffenheit
Die bereits einsetzende Transformationsphase der Branche macht kollektive Vertretung dringlich. „Hier werden Standorte zusammengelegt, dort Geschäftsbereiche ausgegliedert und Aufgaben neu verteilt. Fach- und Führungskräfte sitzen dabei in ihrer traditionellen Doppelrolle oft zwischen den Stühlen: Sie führen Teams und tragen Ergebnisverantwortung, sind aber gleichzeitig selbst Arbeitnehmer“, sagt Gilow.
Daraus entstehen komplexe Fragen und zum Teil unabsehbare Folgen für Fach- und Führungskräfte – von veränderten Rollenprofilen, über neue Berichtslinien, bis hin zu Fragen der Vergütung und Anwendung bestehender Vereinbarungen. „Ein gut aufgestellter Sprecherausschuss sorgt in diesen Situationen für Transparenz und verlässliche Lösungen – ob bei Übergangsregelungen, Bonuslogiken oder bei der Klärung arbeitsrechtlicher Verantwortlichkeiten in neuen Konzernstrukturen. Sprecherausschüsse bündeln die Interessen der Führungsgruppe und bringen sie gegenüber dem Arbeitgeber ein – sachkundig, frühzeitig und auf Augenhöhe“, sagt Christian Lange, Geschäftsführer beim VAA und Fachanwalt für Arbeitsrecht.
„Die Stärke eines Sprecherausschusses im Unternehmen bemisst sich nicht zuletzt an der Wahlbeteiligung“, erklärt Lange. „Eine klare Rückendeckung an der Wahlurne erhöht seine Durchsetzungskraft – und die Bereitschaft des Arbeitgebers, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.“ Gesetzlich wird eine hohe Wahlbeteiligung unterstützt: Die Stimmabgabe per Briefwahl ermöglicht allen leitenden Angestellten, ihren Sprecherausschuss zu stärken und die Stimme unkompliziert einzubringen. Praktisch und demokratisch, gerade in Zeiten von mobilem Arbeiten und hoher Reisetätigkeit.
Ein Appell an die Führungskräfte
Die erste Vorsitzende des VAA, Birgit Schwab, erklärt: „Die Sprecherausschusswahl 2026 ist eine große Chance! Wir können die eigenen Arbeitsbedingungen aktiv mitzugestalten und sollten das bestmöglich tun: wählen, mitwirken – und sich bei Interesse sogar selbst engagieren. Denn ein starker Sprecherausschuss ist ein Gewinn für die Unternehmen, ihre Führungskräfte und die Zukunftsfähigkeit der gesamten Branche.“











