Moderne Prozessentwicklung für die Chemie von morgen
Die Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik der Technischen Hochschule Mannheim erhält vom Fonds der Chemischen Industrie (FCI) eine Förderung in Höhe von 97.592 EUR.
Mit den Mitteln wird das Lehrprojekt „Autonome Prozessoptimierung, Ontologien und NMR“ unterstützt. Die Summe überreichten Christian Hartz, Standortleiter der Evonik Operations, ein Mitgliedsunternehmen im Verband der Chemischen Industrie in Baden-Württemberg (VCI BW) und Carola Maute-Stephan, Geschäftsführerin im VCI BW, symbolisch an den Antragsteller Prof. Thorsten Röder vom Institut für Verfahrens- und Chemietechnik.
„Die Chemie- und Pharmaindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Deshalb ist es uns wichtig, dass Studierende bereits während ihres Studiums mit modernen Methoden der Prozessentwicklung, Automatisierung und Datenanalyse in Berührung kommen“, sagte Christian Hartz bei der Übergabe. „Als Branche haben wir ein großes Interesse daran, die Hochschullehre kontinuierlich zu modernisieren und junge Talente bestmöglich auf die Anforderungen der industriellen Praxis vorzubereiten.“
Carola Maute-Stephan betonte die Bedeutung der Förderung für den Standort Baden-Württemberg: „Die Zukunftsfähigkeit unserer Branche hängt maßgeblich von hervorragend ausgebildeten Fachkräften ab. Deshalb unterstützt die chemisch-pharmazeutische Industrie gezielt Projekte, die aktuelle technologische Entwicklungen in die Hochschullehre bringen.“
Ziel des geförderten Projekts ist es, Studierenden moderne Methoden der chemischen Prozessentwicklung praxisnah zu vermitteln. Im Mittelpunkt stehen die Nutzung von Bench-Top-NMR-Systemen zur Prozessanalytik sowie Konzepte der autonomen Prozessoptimierung. Dabei werden chemische Reaktionen kontinuierlich analysiert und mithilfe digitaler Werkzeuge selbstständig optimiert. Dies ermöglicht schnellere und effizientere Entwicklungsprozesse in Forschung und Industrie. Die Evonik Operations arbeitet über das Projekt VIVET gemeinsam mit der TH Mannheim bereits an der chemischen Prozessoptimierung. Dr. Michael Nonnenmacher als Projektverantwortlicher war ebenfalls anwesend.
Baden-Württemberg profitiert besonders stark von der Jubiläumsförderung des FCI
Anlässlich seines 75-jährigen Bestehens hat der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) eine bundesweite Sonderförderung zur Stärkung von Datenwissenschaften in der Chemieausbildung aufgelegt. Dafür stellt das Förderwerk des Verbands der Chemischen Industrie knapp 1,6 Millionen Euro für innovative Lehrkonzepte an Hochschulen und Universitäten bereit.
Von dieser Förderung profitiert Baden-Württemberg in besonderem Maße: Mit den Universitäten Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz und Ulm sowie der Hochschule Mannheim erhalten gleich sechs Einrichtungen im Land Fördermittel. Damit fließt ein überdurchschnittlich großer Anteil der bundesweiten Mittel in den Südwesten. Ziel der Förderung ist es, Studierende auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Chemie- und Pharmaindustrie vorzubereiten und Themen wie Datenmanagement, digitale Laborarbeit und moderne Datenanalyse stärker in der Lehre zu verankern.
Der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt seit 1950 Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Forschung und Lehre. Darüber hinaus fördert er wissenschaftliche Tagungen sowie Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und Schulen, beispielsweise in der Chemiedidaktik und im Mentoring.













