Merck gelingt Milliardenübernahme von AZ Electronic

Nach langem Ringen hat der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck die milliardenschwere Übernahme der britischen Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials in trockene Tücher gebracht. 81,3 % der AZ-Aktien seien bereits angedient worden, teilte Merck am Freitag mit. Damit sei die Mindestannahmequote von 75 % erreicht worden. Merck strebe nach wie vor an, alle ausstehenden Aktien von AZ zu übernehmen und werde das Angebot an die AZ-Aktionäre daher bis auf Weiteres aufrecht erhalten.

Merck lässt sich die Übernahme von AZ Electronic rund 2 Mrd. € kosten. Die ehemalige Hoechst-Tochter erzielte 2013 einen Umsatz von rund 530 Mio. € und stellt mit rund 1150 Mitarbeitern Chemikalien für integrierte Schaltkreise her, die in Tablets, Smartphones, MP3-Spielern und Spielekonsolen zum Einsatz kommen. Merck hofft durch die Übernahme von AZ Electronic auf mehr Geschäft mit Elektronikkonzernen wie Samsung oder Sony. "Mit AZ können wir nicht nur unsere Stellung im asiatischen Wachstumsmarkt weiter ausbauen, sondern auch noch stärker als bisher von aufregenden weltweiten Megatrends im Elektronikbereich profitieren - von Smartphones bis zu modernsten Geräten im Bereich Computertechnik", sagte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley. Die AZ-Aktien will Merck von der Londoner Börse nehmen, das Delisting werde für Anfang Juni erwartet. Alle wichtigen Integrationsmaßnahmen sollten bis Ende 2014 vollzogen sein.

Merck musste lange um die im Dezember angekündigte Übernahme zittern. Erst am Mittwoch erhielten die Darmstädter die seit langem ersehnte kartellrechtliche Freigabe durch die chinesischen Wettbewerbshüter. Insgesamt sieben Mal verlängerte Merck die Offerte, die ursprüngliche Mindestannahmequote von 95 % wurde auf 75 % gesenkt.

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