Lenzing Gruppe beschleunigt strategische Transformation
Aufbauend auf messbaren Fortschritten des Performance-Programms und der laufenden Organisationsentwicklung beschleunigt Lenzing ihre strategische Neuausrichtung unter den Prioritäten „Grow Nonwovens, Reset Textiles“.

Die Umsetzung der Strategie erfolgt durch das neue Führungsteam unter CEO Georg Kasperkovitz und wird durch den Aufsichtsrat unterstützt. Das gestärkte Führungsteam, mit nachweisbarer Erfahrung bei der Transformation von Unternehmen, sorgt für die Kontinuität, die Verantwortlichkeit und die operative Ausrichtung, die erforderlich sind, um die nächste Phase der Transformation von Lenzing erfolgreich umzusetzen.
Ziel der Strategie ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der Lenzing Gruppe nachhaltig zu verbessern, die Kapitalrendite zu erhöhen und das Unternehmen für langfristiges Wachstum in höherwertigen Marktsegmenten zu positionieren. Vor dem Hintergrund eines zunehmend herausfordernden Marktumfelds für Cellulosefasern und veränderter Marktdynamiken, plant Lenzing ihren Fokus auf Nonwovens-Anwendungen zu schärfen und zugleich das Textilgeschäft neu auszurichten. Eine starke Innovationspipeline von unternehmenseigenen Fasertechnologien und Plattformen der nächsten Generation, darunter TreeToTextile, Lenzing Nonwoven Technology und hochentwickelte Filamentlösungen, sollen das Wachstum in beiden Geschäftsbereichen beschleunigen.
Die Transformation umfasst die Optimierung des Produktionsnetzwerks, ein umfassendes Performance-Programm und eine disziplinierte Kapitalallokation, um eine solide Profitabilitätssteigerung und ein strukturell stärkeres Finanzprofil zu unterstützen.
„Mit Grow Nonwovens, Reset Textiles“ setzt Lenzing entscheidende Schritte, um das Unternehmen in einem grundlegend veränderten Marktumfeld langfristig erfolgreich neu zu positionieren. Durch die Kombination eines fokussierten Premium-Produktportfolios, verbesserter Wettbewerbsfähigkeit und einer starken unternehmenseigenen Innovationspipeline schaffen wir die Grundlage für profitables Wachstum und eine noch widerstandsfähigere, fokussierte Lenzing Gruppe. Gleichzeitig stärkt die Transformation unseren Hauptproduktionsstandort in Lenzing, Österreich und unterstützt eine langfristig profitable und wettbewerbsfähige Zukunft des Standorts“, sagt CEO Georg Kasperkovitz.
Grow Nonwovens
Lenzing nutzt den zunehmenden Wandel von fossilbasierten Materialien zu cellulosischen Faserlösungen und beabsichtigt das Nonwovens-Geschäft bis 2030 deutlich auszubauen. Basierend auf einer soliden Nachfrage nach Nonwovens-Fasern hat das Unternehmen im November 2025 15 Mio. EUR EUR und im Juni 2026 weitere 8 Mio. EUR EUR an Investitionen beschlossen, um die Produktionskapazität für Nonwovens am Standort Lenzing in Österreich zu erhöhen. Der Fokus liegt auf der Erweiterung des bestehenden Portfolios und der Entwicklung von Fasern der nächsten Generation für Nonwovens-Anwendungen, speziell im attraktiven Hygiene-Segment, unterstützt durch langfristige Verträge mit führenden Unternehmen der Nonwovens-Industrie. Darüber hinaus treibt Lenzing gemeinsam mit strategischen Partnern die Kommerzialisierung der Lenzing Nonwoven Technology voran und bietet damit wettbewerbsfähige und nachhaltige Alternativen für den Markt. Zudem entwickelt Lenzing ihren Faserproduktionsstandort in Mobile, USA, strategisch zu einer modernen Nonwovens-Anlage für Spezialanwendungen weiter.
Reset Textiles
Da sich die globale Textilfaserindustrie weiterhin rasant verändert, wird Lenzing ihren Fokus auf differenzierte Premium-Marktsegmente und strategische Kundenpartnerschaften weiter schärfen, um die Bedürfnisse von Marken und Handelspartnern in westlichen und asiatischen Märkten noch besser zu bedienen. Mit fortschrittlichen Fasertechnologien wie TreeToTextile, Flammschutzfasern der nächsten Generation und Spezialitäten Lösungen will Lenzing ihre Position als verlässlicher Partner für hochwertige Textilanwendungen stärken, bei denen Innovation, Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit zentrale Differenzierungsmerkmale sind.
Lenzing plant zudem, das eingesetzte Kapital zu reduzieren, indem das Produktionsnetzwerk konsolidiert und die Anlagenbasis an künftige Marktanforderungen angepasst wird, etwa durch Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten für Tencel Modalfasern sowohl in China als auch in Österreich. Gleichzeitig wird Lenzing den Anteil standardisierter Commodity-Produkte wie Standardviscosefasern für Textilanwendungen schrittweise reduzieren.
Zellstoff- und Bioraffinerieprodukte
Zellstoff- und Bioraffinerieprodukte bleiben eine zentrale Säule der Lenzing Gruppe. Kapazitätssteigerungen in Brasilien und Österreich sowie operative Verbesserungen und Maßnahmen zur Energieoptimierung sollen diesen profitablen Geschäftsbereich und seinen Beitrag zum Ergebnis der Gruppe weiter stärken.
Fokussiertes Performance-Programm
Aufbauend auf den in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritten schärft Lenzing ihr Performance-Programm, um geplante Einsparungen von 120 Mio. EUR gegenüber den Ist-Werten von 2025 erzielen. Darin enthalten sind bereits kommunizierte Personalkosteneinsparungen von 45 Mio. EUR aus überwiegend administrativen Funktionen, entsprechend einer ungefähren Reduktion von 600 Mitarbeitenden. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde im ersten Halbjahr 2026 bereits eine Reduktion des Personalstands um 267 Mitarbeitende erreicht, was zu annualisierten Einsparungen von 25 Mio. EUR führt. Das Programm soll bis Ende 2027 seine volle Ergebniswirksamkeit erreichen. Das neue Programm fokussiert auf eine effiziente Verwaltungsstruktur sowie operative Einsparungen durch verbesserte Wettbewerbsfähigkeit an den Standorten.
Konsolidierung des Produktionsnetzwerks
Im Rahmen ihrer Transformation und der Optimierung des Produktportfolios konsolidiert das Unternehmen sein Faserproduktionsnetzwerk parallel zum laufenden Verkaufsprozess des indonesischen Viscosestandorts PT South Pacific Viscose. Darüber hinaus plant Lenzing, die Produktion in ihren Faserwerken in Heiligenkreuz, Österreich, bis Ende 2026 und in Grimsby, Vereinigtes Königreich, bis Ende 2027 auslaufen zu lassen.
Diese Transformation wird es Lenzing ermöglichen, ihre Kernstandorte, einschließlich des Lenzing Standorts in Österreich, zu stärken und gleichzeitig eine stabile und zuverlässige Versorgung der Kunden sicherzustellen.
Parallel dazu prüft Lenzing strategische Optionen für die betroffenen Standorte, einschließlich eines möglichen Verkaufs oder anderer werterhaltender Lösungen. Sollte keine tragfähige Lösung erreicht werden, plant Lenzing ein strukturiertes und geordnetes Herunterfahren, mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Versorgungssicherheit und Kontinuität für Kunden sowie soziale und ökologische Verantwortung.
Für die betroffenen Mitarbeitenden in Heiligenkreuz gilt ein bestehender Sozialplan. Für die betroffenen Mitarbeitenden in Grimsby wird sich Lenzing mit den Arbeitnehmervertretern und den betroffenen Interessengruppen über geeignete Unterstützungsmaßnahmen abstimmen. In Indonesien plant Lenzing, im dritten Quartal 2026 im Einklang mit den lokalen gesetzlichen Vorschriften personalbezogene Effizienzmaßnahmen umzusetzen, um den Betrieb mit zwei Produktionslinien zu optimieren. Georg Kasperkovitz, CEO der Lenzing Gruppe: „Wir sind uns bewusst, dass das geplante Auslaufen der Produktion an einzelnen Standorten eine schwierige, aber notwendige Entscheidung ist, die unsere Mitarbeitenden betrifft. Mir ist es wichtig, dass wir auch in dieser Situation verantwortungsbewusst gegenüber unseren Mitarbeitern handeln. Derzeit führen wir konstruktive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über die notwendigen Maßnahmen im Rahmen der bestehenden Sozialpläne und geltenden lokalen Rahmenbedingungen.“
Die weltweite Belegschaft von Lenzing wird voraussichtlich von rund 8.100 Mitarbeitenden beziehungsweise 7.700 FTE (Vollzeitäquivalente) per Ende 2025 deutlich bis Ende 2027 zurückgehen. Die Reduktion wird vor allem Mitarbeitende an den genannten Standorten in Heiligenkreuz, Österreich, Grimsby, Vereinigtes Königreich, und Purwakarta, Indonesien, sowie die bereits angekündigte Reduktion von 600 Positionen in der Administration innerhalb der gesamten Gruppe betreffen.
Als Teil der Standortkonsolidierung erwartet die Lenzing Gruppe im Jahr 2026 Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte, insbesondere Sachanlagen, von bis zu EUR 150 Mio. EUR zu erfassen. Diese nicht zahlungswirksame Wertminderung wird sich voraussichtlich negativ auf das Konzern-EBIT und das Konzernergebnis im Jahr 2026 auswirken, hat jedoch keine Auswirkungen auf das EBITDA im Jahr 2026. Darüber hinaus werden Restrukturierungsrückstellungen im Zusammenhang mit Personalabbaumaßnahmen von bis zu 40 Mio. EUR erwartet, die das EBITDA im Jahr 2026 voraussichtlich belasten.
Finanzziele
Das strategische Ziel des Unternehmens ist, mittelfristig wieder Umsatzwachstum mit einer EBITDA Steigerung von 150 Mio. EUR und einer EBITDA Marge von 20-25% zu erreichen sowie den Verschuldungsgrad (Leverage) unter 2,5x zu senken.
Solide Ergebnisse im zweiten Quartal1
Die fortgesetzte disziplinierte Umsetzung des Performance-Programms und der strategischen Maßnahmen, insbesondere konsequenter Preissetzungsmaßnahmen, beginnen Früchte zu tragen und spiegeln sich in soliden Ergebnissen des zweiten Quartals 2026 wider. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 lag bei 652 Mio. EUR, verglichen mit 651 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 616 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 123 Mio. EUR nach 112 Mio. EUR im zweiten Quartal 2025. Im ersten Quartal 2026 lag das EBITDA bei 116 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im zweiten Quartal 2026 um zwei Prozentpunkte auf 19%. Der Unlevered Free Cashflow belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 32 Mio. EUR nach 49 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im ersten Quartal 2026 lag der Unlevered Free Cashflow bei 66 Mio. EUR. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich auf 1,36 Mrd. EUR gegenüber 1,44 Mrd. EUR im Vorjahr.
„Die positiven, vorläufigen Ergebnisse im ersten Halbjahr 2026 bestätigen, dass wir die richtigen Maßnahmen eingeleitet haben, um Lenzing wieder auf einen profitablen Kurs zu bringen. Dennoch müssen wir unser Performance-Programm weiter fortsetzen und schärfen sowie unser Fasergeschäft neu positionieren, um langfristige, strukturelle Profitabilität zu erreichen und mittelfristig eine EBITDA-Marge zwischen 20 und 25 Prozent anzustreben“, sagt CFO Mathias Breuer.
Umfassende Refinanzierung
Lenzings Transformation wird von ihren Hauptaktionären B&C-Gruppe und Suzano sowie von der Oberbank unterstützt, und durch Pläne für eine umfassende Refinanzierungsvereinbarung mit den wesentlichen Kreditgebern. Zur Stärkung seiner Finanzstruktur beabsichtigt das Unternehmen eine Kombination aus einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten in Höhe von bis zu 300 Mio. EUR – vorbehaltlich der Zustimmung in einer außerordentlichen Hauptversammlung, die voraussichtlich am oder um den 25. August 2026 abgehalten wird – sowie neuen Finanzierungsvereinbarungen von bis zu 300 Mio. EUR und einer Verlängerung der Laufzeiten bestehender Verbindlichkeiten bis 2030. Die Kapitalerhöhung wird von BNP Paribas, UniCredit, COMMERZBANK und der Erste Group garantiert.
„Der mehrstufige Finanzierungsplan ermöglicht es Lenzing, seine Finanzstruktur nachhaltig zu stärken. Das umfassende Maßnahmenpaket umfasst neues Eigenkapital, wodurch die Gesamtverschuldung reduziert wird, sowie eine Ausweitung der syndizierten Finanzierung. Dadurch entsteht ein Fälligkeitsprofil, das optimal auf die laufende Umsetzung unserer Strategie abgestimmt ist“, sagt CFO Mathias Breuer.
Die Refinanzierung soll Lenzing ausreichenden finanziellen Spielraum verschaffen, um die strategische Transformation unter „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ umzusetzen und gleichzeitig bevorstehende Fälligkeiten proaktiv zu adressieren. Im Rahmen dieser Transformation beabsichtigt Lenzing, seine Widerstandsfähigkeit und Profitabilität zu stärken, Investitionen auf differenzierte und wertschöpfende Anwendungen zu konzentrieren sowie das Portfolio und den industriellen Footprint neu auszurichten. Damit schafft das Unternehmen die Voraussetzungen, langfristigen Mehrwert für Kunden, Mitarbeitende und Aktionäre zu schaffen und gleichzeitig seine Rolle als führender Anbieter nachhaltiger, cellulosischer Faserlösungen weiter auszubauen.















