Klagen gegen Boehringer wegen Schlaganfallmittel

Boehringer Ingelheim ist in den USA mit einer Klagewelle wegen seines Schlaganfallmittels Pradaxa konfrontiert. Inzwischen machen dort mehr als 2000 Kläger den Gerinnungshemmer für schwere und zum Teil tödliche Blutungen verantwortlich. Eine Konzernsprecherin bestätigte am Donnerstag entsprechende Zahlenangaben in einem Bericht des "Handelsblatt". Boehringer Ingelheim will sich zur Wehr setzen. "Wir sind sicher, dass wir in den Verfahren zeigen können, dass wir sehr sorgfältig und verantwortungsvoll gearbeitet haben in Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Pradaxa", erklärte der Familienkonzern.

Wie bei allen neuen Gerinnungshemmern wie Xarelto von Bayer und Eliquis von Pfizer und Bristol-Myers Squibb besteht auch bei Pradaxa ein Blutungsrisiko. Pradaxa ist seit 2008 auf dem Markt. Das größte Anwendungsgebiet ist die Verhinderung von Schlaganfällen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Bislang haben die Arzneimittel-Behörden diesseits und jenseits des Atlantiks an der insgesamt positiven Einschätzung des Medikaments nicht gerüttelt.

Boehringer verweist unter anderem darauf, dass das Blutungsrisiko bei Pradaxa mit der richtigen Einstellung des Patienten durch den Arzt beherrschbar sei. "Rein rechnerisch hat Pradaxa seit Markteinführung gegenüber Nichtbehandlung schon mehr als 120.000 Schlaganfälle verhindert. Davon wäre ebenfalls ein hoher Anteil tödlich", erklärte der Konzern. Pradaxa sei in über 100 Ländern weltweit zugelassen. Alle Behörden hätten dabei das positive Risiko-Nutzen-Profil der Arznei bestätigt. Pradaxa ist einer der Umsatzstützen von Boehringer. 2012 steuerte das Präparat 1,1 Mrd. € zum Konzernumsatz bei.

 

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