Kunststoffbranche zeigt Innovationen für die Hightech-Agenda
Plastics Europe Deutschland brachte am 11. September 2026 in Berlin Branchenführer, Forscher und politische Entscheidungsträger zu seiner Innovationspressekonferenz „Innovative Kunststoffe für Deutschland als Hightech-Standort“ zusammen.

Die Veranstaltung beleuchtete, wie Innovationen im Kunststoffbereich die High-Tech-Agenda Deutschlands untermauern. Die Themen reichten von nachhaltiger Mobilität und klimaneutraler Energie bis hin zu Medizintechnik, Robotik und Kreislaufwirtschaft.
Christine Bunte, Geschäftsführerin von Plastics Europe Deutschland, betonte, dass die Herausforderung für Deutschland nicht in einem Mangel an Forschung oder Talenten liege, sondern in der Schwierigkeit, Ideen in marktreife industrielle Lösungen umzusetzen. „Innovation ‚Made in Germany‘ darf nicht in Labors oder Pilotanlagen stecken bleiben – sie muss hier im industriellen Maßstab Realität werden“, sagte sie und forderte eine neue Innovationsdebatte sowie verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, um Investitionen freizusetzen. Video zur Innovationspressekonferenz 2026
In seiner Keynote unterstrich Thorsten Dreier, CTO von Covestro, dass alle Schlüsselbereiche der deutschen High-Tech-Agenda auf fundiertes Material-Know-how angewiesen sind – ohne Hochleistungskunststoffe würden viele dieser Technologien schlichtweg nicht funktionieren. Neben Covestro präsentierten Unternehmen wie BASF, Borouge, Dow, Evonik, LyondellBasell, Matterr, Polymaterials, Röhm und VinylPlus Materialien, Technologien und Lösungen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Infrastruktur, energieeffiziente Gebäude, Industrie 4.0, neue Recyclingverfahren und alternative Rohstoffe.

In einer Podiumsdiskussion mit Carsten Gerhardt (EY) und Manfred Renner (Fraunhofer CCPE/UMSICHT) wurde die Dringlichkeit thematisiert, Innovationen in Deutschland schneller voranzutreiben, bevor andere Regionen die Nase vorn haben. Renner warnte, dass das größte Risiko darin bestehe, dass andere Regionen neue Technologien schneller industrialisieren; wer Pilotanlagen, Demonstrationsprojekte und die industrielle Skalierung beherrsche, werde letztlich darüber entscheiden, wo Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen.
Zu diesem Anlass startete „Plastic.Climate.Future“ eine neue englischsprachige Podcast-Reihe mit Gesprächen mit Innovatoren aus der deutschen Polymerindustrie über neue Materialien, Kreislauftechnologien und den industriellen Scale-up.
Podcast
Hören Sie sich die neuesten Folgen mit Christina Bunte von Plastics Europe Germany und Michael Reubold, Chefredakteur von CHEManager, an
Jetzt reinhören!Zwei aktuelle Whitepaper zur Innovation im Kunststoffbereich
Ein europäisches Whitepaper mit dem Titel „Europe Cannot Deliver a Circular Plastics Economy Without Enabling Innovation“ (Europa kann ohne Innovationsförderung keine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe verwirklichen) argumentiert, dass veraltete, technologiespezifische Vorschriften den Wandel hin zum Recycling in Europa behindern, und fordert einen technologieneutralen, ergebnisorientierten Rahmen. Ein deutsches Whitepaper legt unterdessen drei Säulen für eine kreislauforientierte und wettbewerbsfähige Kunststoffindustrie dar:
- einen wettbewerbsfähigen Industriestandort
- stärkere Anreize für die Kreislaufwirtschaft
- eine angemessene Finanzierung der Transformation
Es warnt zudem vor einer nationalen Kunststoffsteuer und weist darauf hin, dass diese unüberschaubare Verwaltungslasten verursachen, inländische Hersteller gegenüber Importen benachteiligen und die Recyclingziele untergraben könnte, da nicht recycelbare Verbundverpackungen begünstigt würden.
Whitepaper
Europa kann keine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe verwirklichen,
ohne Innovationen zu ermöglichen
Weitere aktuelle Themen zum Zukunftspotenzial von Kunststoffen und ihrer Bedeutung für die Hightech-Agenda Deutschland finden Sie im CHEManager-Onlineportal.












