04.06.2013 • News

Boehringer forciert Entwicklung von Lungenkrebsmittel

Boehringer Ingelheim meldet Fortschritte in der Entwicklung einer Arznei gegen Lungenkrebs. In einem Medikamententest habe der Wirkstoff Nintedanib das Leben der Patienten im Vergleich mit einem Placebo um etwas mehr als zwei Monate verlängert, teilte das Familienunternehmen am Montag mit. Das weitere Voranschreiten der Krankheit habe die Substanz allerdings nur geringfügig stärker hinauszögern können als das Placebo. Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten, sie gilt zudem als schwer behandelbar. Jedes Jahr werden weltweit rund 1,6 Millionen Fälle diagnostiziert. Rund 1,4 Millionen sterben jedes Jahr an den Folgen.

An dem Test nahmen 1314 Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs teil, bei denen bereits eine erste Behandlung des Tumors fehlgeschlagen war. Sie erhielten in dem Phase-III-Test entweder den Boehringer-Wirkstoff plus eine Chemotherapie oder ein Placebo und die Chemotherapie. Bei den mit Nintedanib behandelten Patienten konnte das Fortschreiten der Krankheit um 3,4 Monate aufgehalten werden, bei Patienten nur auf Chemotherapie waren es 2,7 Monate. Boehringer zufolge lebten Patienten, die zusätzlich zur Chemotherapie Nintedanib erhielten, noch etwa 12,6 Monate. Bei Patienten mit Placebo und Chemotherapie waren es 10,3 Monate. Phase-III-Tests sind die letzte große Hürde für neue Medikamente vor einer Zulassung.

Boehringer Ingelheim baut seine Entwicklungen in der Krebsmedizin kräftig aus. Am weitesten vorangeschritten ist der Wirkstoff Afatinib gegen Lungenkrebs. Die Substanz befindet sich in Europa und in den USA bereits im Zulassungsverfahren. Dazu kommt neben Nintedanib als weiterer Wirkstoff die Substanz Volasertib, die unter anderem zur Bekämpfung von Blutkrebs eingesetzt werden soll.

 

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