Teure Rettung einer Chemiefabrik
Der staatliche Ersatzbetrieb des DOMO-Kunststoffwerks in Leuna und seine Folgen
Steffen Höhne, Wirtschaftsjournalist, Markkleeberg

Um die technische Sicherheit des insolventen DOMO-Chemiewerks in Leuna zu gewährleisten, gab das Land Sachsen-Anhalt 80 Mio. EUR aus. Der Fall könnte sich auch anderswo wiederholen.
Es ist wohl die teuerste Rettung eines Industrieunternehmens in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahrzehnten gewesen. „80 Mio. EUR sind eine Menge Geld. Auch wenn nun eine Lösung gefunden wurde, sollte sich so etwas nicht zu oft wiederholen“, sagt Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann (SPD). Es geht um den staatlichen Ersatzbetrieb des ehemaligen DOMO-Kunststoffwerks in Leuna. Nach der Insolvenz des Unternehmens musste das Land mit einer sog. „Ersatzvornahme“ den millionenteuren Notbetrieb der Anlagen sichern. Solche Eingriffe könnten sich auch in anderen Teilen Deutschlands wiederholen.
Insolvenz zwingt Land zum Eingreifen
Doch der Reihe nach: Am 1. Weihnachtsfeiertag 2025 meldete das Unternehmen DOMO Chemicals in Leuna Insolvenz an. Der vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther fand bei dem Unternehmen jedoch nur leere Kassen vor. Mit einem ungewöhnlichen Appell wandte sich Flöther Anfang Januar an die Öffentlichkeit: „Der Kontostand der insolventen Gesellschaften liegt bei annähernd null und die Aussicht auf eine dringend benötigte Zwischenfinanzierung hat sich heute zerschlagen.“ Oberste Priorität habe jetzt, die Anlagensicherheit weiter zu gewährleisten. „Wir unterstützen die Geschäftsführung dabei, die Anlagen sicher herunterzufahren. Ob sie sich dann ohne Schäden irgendwann wieder anfahren und weiter nutzen lassen, ist die große Frage“, erklärte Flöther.
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