31.10.2026 • News

Schweiz: Mehr Freihandel in schwierigen Zeiten

99,8% der aktuellen Schweizer Exporte nach China sollen künftig zollfrei sein. Der Schweizer Wirtschaftsverband Scienceindustries begrüßt die Modernisierung des Freihandelsabkommens und fordert eine rasche Genehmigung und Umsetzung.

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Annette Luther, Präsidentin von Scienceindustries
© Scienceindustries

Nach Angaben des Bundes sollen künftig 99,8% der aktuellen Schweizer Exporte zollfrei nach China gelangen. „Das ist ein starkes Signal für offene Märkte. In einem zunehmend protektionistischen Umfeld brauchen die Schweizer Unternehmen verlässliche Zugänge zu wichtigen Absatzmärkten", sagt Annette Luther, Präsidentin von Scienceindustries. Damit wird auch das bisherige Ungleichgewicht reduziert: Während chinesische Waren seit dem Abkommen von 2014 weitgehend zollfrei in die Schweiz gelangen, waren Schweizer Exporte nach China teilweise weiterhin mit Zöllen belastet. Für die Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Industrie ist dieser Schritt relevant. 2025 exportierten die Scienceindustries-Mitgliedsunternehmen Waren im Wert von 7,2 Mrd. CHF nach China. China zählt damit zu den fünf wichtigsten Exportdestinationen der Branche.

China ist ein bedeutender Handelspartner der Schweiz. In einem von geopolitischen Spannungen und Protektionismus geprägten Umfeld sind verlässliche Zugänge zu unterschiedlichen Absatzmärkten umso wichtiger. Scienceindustries setzt sich deshalb für stabile Beziehungen zu den wichtigsten Handelspartnern und für die konsequente Weiterentwicklung des Schweizer Freihandelsnetzes ein.

„Europa bleibt mit Abstand unser wichtigster Absatz- und Beschaffungsmarkt; zugleich sind die USA und China zentrale Märkte außerhalb Europas. Moderne Freihandelsabkommen helfen den Unternehmen, ihre Wertschöpfungs- und Absatzketten zu diversifizieren und wettbewerbsfähig zu bleiben", erklärt Luther.

Das optimierte Abkommen umfasst neben dem Zollabbau auch modernisierte Regeln zu Ursprung und Handelserleichterungen, Dienstleistungen, digitalem Handel, Wettbewerb sowie wirtschaftlicher und technischer Zusammenarbeit. Zudem wird der Marktzugang für Schweizer Investoren abgesichert und die Bestimmungen zu Umwelt und Arbeitsrechten werden weiterentwickelt.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie exportierte 2025 Waren im Wert von 152,1 Mrd. CHF und stand damit für mehr als 52% der gesamten Schweizer Exporte. Für eine derart exportorientierte Branche sind offene und verlässliche internationale Märkte zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz. Mit dem Abschluss der Verhandlungen ist deshalb ein wichtiger Schritt getan. Nun gelte es, die Genehmigungsverfahren rasch abzuschließen und das modernisierte Abkommen zeitnah in Kraft zu setzen, damit Schweizer Unternehmen vom verbesserten Marktzugang profitieren können.

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