02.07.2026 • News

GDCh-Statistik der Chemiestudiengänge 2025

Der Berufseinstieg in der Chemie gestaltet sich zunehmend schwieriger. Die GDCh-Statistik 2025 zeigt, dass weniger Promovierte in der Industrie starten, und dass mehr Berufsanfänger eine Stelle suchen.

Der Berufseinstieg für promovierte Chemikerinnen und Chemiker in Deutschland hat sich 2025 eingetrübt. Nur noch rund 33% von ihnen begannen ihre Laufbahn direkt in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, nach 42% im Jahr 2024. Zugleich stieg der Anteil der Stellensuchenden zum Erhebungszeitpunkt auf 10,4% (2024: 7%). Das geht aus der aktuellen „Statistik der Chemiestudiengänge 2025 der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hervor, die seit 1952 jährlich erhoben wird.

Damit unterbricht das Jahr 2025 eine längere Phase stabiler Beschäftigung. Der Anteil derjenigen, die zunächst ins Ausland gingen, meist für einen Postdoc-Aufenthalt, stieg auf knapp 13% (2024: 9,5%). Befristete Einstiege im Inland lagen bei rund 16,5% (2024: 18%). In der Wirtschaft außerhalb der Chemie blieb der Anteil mit knapp 15% stabil.

Einzuordnen sind die Werte allerdings vorsichtig: Sie beruhen auf den Rückmeldungen zu 695 von 1.799 promovierten Absolventinnen und Absolventen, also auf dem bekannten Verbleib von rund 39%. Die Aussagekraft ist daher begrenzt; die Zahlen zeigen eine Tendenz, keinen gesicherten Befund.

„Der Berufseinstieg in der Chemie war über viele Jahre verlässlich. Die aktuellen Zahlen deuten auf eine mögliche Eintrübung hin, die wir aufmerksam beobachten“, sagt GDCh-Geschäftsführer Tom Kinzel. „Sie dürfte auch die angespannte Lage der chemischen Industrie am Standort Deutschland widerspiegeln. Ob es sich um eine vorübergehende Schwankung oder eine längerfristige Entwicklung handelt, werden erst die kommenden Jahre zeigen.“

Unabhängig vom Arbeitsmarkt sank 2025 auch die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in den Chemiestudiengängen. Insgesamt nahmen 7.788 Personen ein Chemiestudium auf, 2,8% weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist allerdings vor allem demografisch bedingt: Laut Statistischem Bundesamt und Bayerischem Landesamt für Statistik sank die Zahl der Studienberechtigten 2025 deutlich, weil in Bayern durch die Umstellung von G8 auf G9 ein nahezu „leerer“ Abiturjahrgang entstand. In Bayern gab es dadurch fast 50% weniger Studienberechtigte.

Beide Entwicklungen hängen nicht ursächlich zusammen. Mittelfristig könnten sie sich jedoch berühren: Historisch hatte ein schwieriger Arbeitsmarkt, etwa in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre, sinkende Studienanfängerzahlen zur Folge. Ob der aktuell eingetrübte Berufseinstieg ähnlich nachwirkt, lässt sich derzeit nicht absehen.

Zum Berufseinstieg nach der Promotion

Von den promovierten Chemikerinnen und Chemikern, deren Verbleib 2025 bekannt ist (695 von 1.799), begannen rund 33% in der chemischen und pharmazeutischen Industrie (2024: 42%) und knapp 15% in der übrigen Wirtschaft (2024: 15%). Knapp 13% gingen ins Ausland (2024: 9,5%), rund 16,5% traten eine zunächst befristete Stelle im Inland an (2024: 18%). Jeweils etwa 5% blieben an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut (2024: 4%), 6% gingen in den öffentlichen Dienst (2024: 4%). Als stellensuchend galten 10,4% (2024: 7%). Da die Daten zum Stichtag 31. Dezember erhoben werden, dürfte der Anteil der tatsächlich Stellensuchenden etwas niedriger liegen.

Zu den Studienanfängerzahlen und zur Demografie

2025 begannen 7.788 Personen ein Chemiestudium (2024: 8.004), ein Rückgang um 2,8%. In Chemie, Biochemie und an den HAW sanken die Anfängerzahlen, in der Lebensmittelchemie stiegen sie leicht. Der Rückgang ist maßgeblich auf den demografisch bedingten Einbruch der Studienberechtigtenzahlen zurückzuführen, insbesondere auf den „leeren“ Abiturjahrgang in Bayern infolge der G8/G9-Umstellung. Die Gesamtzahl der Chemie-Studierenden sank zum vierten Mal in Folge auf 31.040 Personen (2024: 31.874), die Zahl der Doktorandinnen und Doktoranden lag bei 8.990 (2024: 9.028). 2025 wurden 1.799 Promotionen im Fach Chemie abgeschlossen (2024: 1.828).

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