22.05.2012 • NewsBayerChemieCredit Suisse

Bayer prüft laut Insidern Ausstieg aus Diabetesgeschäft

Bayer prüft Insidern zufolge den Ausstieg aus seinem Geschäft mit Messgeräten für Zuckerkranke. Das Bankhaus Credit Suisse betreue in den USA für Bayer den Prozess, sagte ein Insider am Mittwoch zu Reuters. Das Leverkusener Unternehmen erwäge seit einiger Zeit, sich von einem Geschäft in den USA zu trennen, sagte eine weitere Person. An der Börse kam die Nachricht gut an: Die Aktien legten am Mittwoch um bis zu 2 % zu. Die Erlöse aus dem Verkauf könnten für den möglichen großen Zukauf in der Gesundheitssparte genutzt werden, sagte ein Börsianer. Über diesen werde bereits seit geraumer Zeit spekuliert. Bayer lehnte einen Kommentar zu dem Thema ab. Zu Marktspekulationen äußere sich Bayer grundsätzlich nicht, sagte ein Sprecher. Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor unter Berufung auf das Umfeld angesprochener Parteien und aus Finanzkreisen berichtet, Bayer habe bereits Gespräche mit Konkurrenten geführt, die das Diabetesgeschäft erwerben könnten. Das Diabetes-Care-Geschäft kam zuletzt auf Umsätze von rund 1 Mrd.€. Dem Zeitungsbericht zufolge hat ein Bayer-Vorstand im erweiterten Management von den Verkaufsplänen berichtet. In den vergangenen Monaten war dem Dax-Konzern immer wieder Interesse an einem Zukauf in der Tiermedizin nachgesagt worden. Zuletzt war Bayer im März als Bieter für die Tierarznei-Sparte des US-Rivalen Pfizer gehandelt worden. In Medienberichten wurde das Unternehmen zuletzt auch als ein Kandidat für die Übernahme der irischen Pharmafirma Warner Chilcott genannt.

WACHSTUMSFELD DIABETES
Zu der Diabetes-Sparte von Bayer gehört das Blutzucker-Messsystem Contour, mit dem der Konzern im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 6,3 % auf 640 Mio.€ steigerte. Damit war Contour das umsatzstärkste Produkt des Geschäftsfelds Consumer Health, das zusammen mit dem Pharmageschäft den Gesundheitsbereich HealthCare ausmacht. Mit dem Verkauf der Diabetes-Sparte würde sich Bayer allerdings von einem Wachstumsgeschäft verabschieden, denn die Zahl der Zuckerkranken nimmt weltweit zu. Im vergangenen Jahr gab es laut der International Diabetes Federation (IDF) weltweit 366 Mio. Zuckerkranke, 4,6 Mio. starben daran. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2030 bis zu 552 Mio. Menschen an der Stoffwechselerkrankung leiden. In Schwellenländern sind ungesunde westliche Lebensweisen wie Bewegungsarmut gepaart mit hohem Zucker- und Fleischkonsum auf dem Vormarsch.

Entsprechend nehmen dort auch die Konsequenzen wie Fettleibigkeit und Diabetes zu. Für die Pharmabranche ist Diabetes somit ein lukratives Feld. So müssen Zuckerkranke beispielsweise regelmäßig ihre Blutwerte überwachen. Die Zeitung schrieb, das Geschäft fordere ständig Innovation, etwa die Integration mit IT-Geräten. Bayer-Chef Marijn Dekkers wolle die Ressourcen aber nicht mehr in dieses Geschäft stecken.

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