28.02.2013 • NewsAgrarchemieAntibaby-PillenAstraZeneca

Bayer-Chef verspricht Fortsetzung des Rekordkurses

Nach kräftigen Umsatz- und Ergebniszuwächsen im vergangenen Jahr will sich Bayer verstärkt auf den Marktstart seiner neuen Medikamente konzentrieren. "Wir erwarten für 2013 und darüber hinaus eine Fortsetzung des Rekordkurses", gab sich Konzernchef Marijn Dekkers am Donnerstag zur Bilanzvorlage optimistisch. Der Konzern, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Firmenjubiläum feiert, will - Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet - 2013 seinen Umsatz um 4 bis 5% auf rund 41 Mrd. € ausbauen. Seinen um Sondereinflüsse wie Restrukturierungen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) will das Unternehmen im mittleren einstelligen Prozentbereich erhöhen. Börsianer hatte zuletzt allerdings etwas mehr erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll prozentual hoch einstellig zulegen.

Im vergangenen Jahr legten die Konzernerlöse um 8,8% auf 39,76 Mrd. € zu. "Damit haben wir einen neuen Spitzenwert in unserer nun 150-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt", erklärte Dekkers. Dabei steigerte Bayer seinen Umsatz in den Schwellenländern mehr als doppelt so stark wie in den Industrieländern. Bayer hatte zuletzt kräftig in den Ausbau der Geschäfte dort investiert. Dies zahlt sich nun für den Konzern aus. Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) nahm um ebenfalls 8,8% auf 8,28 Mrd. € zu. Dazu trug auch ein Sparprogramm bei, das Konzernchef Dekkers kurz nach seinem Amtsantritt im Herbst 2010 eingeleitet hatte. Besonders rund liefen die Geschäfte in der Pflanzenschutzsparte; die Agrarchemie hatte zuletzt auch bei Chemiekonkurrenten wie Dow Chemical und BASF geglänzt.

Ein Wermutstropfen waren im vergangenen Jahr allerdings hohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA. Allein für Rechtsfälle im Zusammenhang mit den Antibaby-Pillen Yaz und Yasmin brachte Bayer 1,186 Mrd. € an Aufwendungen in der Jahresbilanz unter. Das schmälerte den Konzerngewinn, der um 1% auf 2,45 Mrd. € zurückging. Allein 455 Mio. € an Aufwendungen waren es im vierten Quartal, der Großteil davon entfällt auf die weitere Vorsorge für Vergleiche mit Klägerinnen in den USA.

In diesem Jahr will sich Bayer in seiner Gesundheitssparte Healthcare vor allem auf seine neuen Medikamente konzentrieren, die jetzt nach und nach auf den Markt kommen sollen. Allein fünf neuen Präparaten zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Augenleiden traut Bayer zusammen einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 5,5 Mrd. € zu. Anders als Konkurrenten wie Pfizer oder Astra Zeneca hat der Konzern derzeit nicht mit großen Nachschubproblemen zu kämpfen. Der Marktstart der neuen Produkte ist allerdings auch mit hohen Kosten verbunden. Im Jahr 2015 soll der Umsatzbeitrag der neuen Produkte bereits bei über 2,5 Mrd. € liegen.

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