29.07.2026 • News

BASF macht Fortschritte bei Restrukturierungen

BASF konnte im zweiten Quartal 2026 in fast allen Segmenten das Ergebnis steigern. Dazu haben höhere Preise ebenso beigetragen wie höhere Mengen.

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© BASF

„Wir haben die Position von BASF im Markt weiter gestärkt und große Fortschritte bei unseren Restrukturierungsmaßnahmen sowie bei der Weiterentwicklung unseres Portfolios erzielt“, sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth bei der Vorstellung der Unternehmenszahlen zum ersten Halbjahr, gemeinsam mit Finanzvorstand Dirk Elvermann. Die BASF­-Gruppe hat bereits am 15. Juli 2026 vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, da das EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,4 Mrd. EUR die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen hatte. Den Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2026 hat BASF angehoben.

Geschäftsentwicklung der BASF-Gruppe im zweiten Quartal 2026

Der Umsatz der BASF-Gruppe lag im zweiten Quartal 2026 mit 17,2 Mrd. EUR um 2,4 Mrd. EUR über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Der erhebliche Preisanstieg (plus 11,5%) und das Mengenwachstum (plus 7,3%) waren hierfür ausschlaggebend. Der Preisanstieg wurde von den Segmenten Chemicals, Surface Technologies, Materials sowie Industrial Solutions geprägt; die Preise von Agricultural Solutions und Nutrition & Care gingen zurück. In nahezu allen Segmenten stiegen die Mengen, nur das Segment Surface Technologies verzeichnete einen leichten Absatzrückgang. Währungseinflüsse belasteten den Umsatz aller Segmente.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 854 Mio. EUR auf 2,4 Mrd. EUR. Maßgeblich hierfür war der deutliche Ergebnisanstieg von Materials, Chemicals und Industrial Solutions, hauptsächlich aufgrund von verbesserten Deckungsbeiträgen. Agricultural Solutions und Nutrition & Care verzeichneten jeweils einen leichten Ergebnisanstieg. Im Segment Surface Technologies sank das Ergebnis deutlich infolge höherer Fixkosten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Sonstige stieg deutlich über das Niveau des Vorjahresquartals.

Das EBITDA stieg auf 2,0 Mrd. EUR nach 1,3 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Im EBITDA fielen im zweiten Quartal 2026 Sondereinflüsse in Höhe von minus 484 Mio. EUR an. Sonderaufwendungen ergaben sich insbesondere im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen, vor allem mit dem vorangetriebenen Kosteneinsparprogramm am Standort Ludwigshafen, sowie mit der Einführung neuer ERP-Systeme.

Das EBIT betrug 937 Mio. EUR und lag 542 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahresquartals. Das Ergebnis vor Ertragsteuern belief sich auf 780 Mio. EUR, und lag damit 560 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahresquartals.

Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich deutlich auf 4,2 Mrd. EUR, nach 108 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Hierin enthalten war der Veräußerungsgewinn in Höhe von 3,5 Mrd. EUR nach Steuern aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen lag bei 4,1 Mrd. EUR nach 79 Mio. EUR im Vorjahresquartal.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im zweiten Quartal 524 Mio. EUR und lag damit um 1,1 Mrd. EUR unter dem Wert des Vorjahresquartals. Maßgeblich für den Rückgang war die höhere Mittelbindung im Umlaufvermögen, unter anderem aus einer um 654 Mio. EUR gestiegenen Mittelbindung in den Vorräten infolge höherer Rohstoffpreise sowie einer Mittelbindung in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zu einer Mittelfreisetzung im Vorjahresquartal, die sich mit 843 Mio. EUR negativ auf den Cashflow auswirkte. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug 5,5 Mrd. EUR im zweiten Quartal 2026, nach minus 1,1 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich für den Anstieg war die nach Abzug abgegebener Barmittel aus dem Verkauf von Coatings resultierende Kaufpreiszahlung in Höhe von 5,6 Mrd. EUR. Darüber hinaus ergaben sich aus der Veräußerung von Anteilen an Harbour Energy Einzahlungen in Höhe von 522 Mio. EUR im zweiten Quartal 2026. Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verringerten sich um 340 Mio. EUR, insbesondere im Zusammenhang mit dem Verbundstandort in Zhanjiang. Der Free Cashflow lag im zweiten Quartal 2026 bei minus 189 Mio. EUR und sank damit um 721 Mio. EUR unter das Niveau des Vorjahresquartals.

Geschäftsentwicklung der BASF-Gruppe im ersten Halbjahr 2026

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 stieg der Umsatz der BASF-Gruppe um 1,9 Mrd. EUR auf 33,2 Mrd. EUR, insbesondere aufgrund von positiven Mengen- und Preiseinflüssen. Die Mengen stiegen um 5,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, die Preise um 4,8%. Währungseinflüsse belasteten den Umsatz aller Segmente.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe verbesserte sich im ersten Halbjahr 2026 um 715 Mio. EUR auf 4,8 Mrd. EUR. Maßgeblich hierfür war der deutliche Ergebnisanstieg der Segmente Materials, Industrial Solutions, Chemicals sowie Surface Technologies. Das EBITDA verbesserte sich auf 4,2 Mrd. EUR, nach 3,4 Mrd. EUR in der Vorjahresperiode.

Das EBIT lag mit 2,2 Mrd. EUR um 644 Mio. EUR über dem Wert der Vorjahresperiode. Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 645 Mio. EUR auf 1,9 Mrd. EUR.

Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich deutlich auf 5,1 Mrd. EUR, nach 945 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Hierin enthalten war der Veräußerungsgewinn in Höhe von 3,5 Mrd. EUR nach Steuern aus dem Verkauf von Coatings an Carlyle. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen belief sich auf 5,1 Mrd. EUR nach 887 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2026 minus 273 Mio. EUR und lag damit um 876 Mio. EUR unter dem Wert der Vorjahresperiode. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug 5,1 Mrd. EUR im ersten Halbjahr 2026, nach minus 1,8 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für den Anstieg war die nach Abzug abgegebener Barmittel aus dem Verkauf von Coatings resultierende Kaufpreiszahlung in Höhe von 5,6 Mrd. EUR. Die Einzahlungen aus der Veräußerung von Anteilen an Harbour Energy wirkten sich mit 831 Mio. EUR ebenfalls positiv aus. Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verringerten sich gegenüber der Vorjahresperiode um 578 Mio. EUR, vor allem im Zusammenhang mit dem Verbundstandort in Zhanjiang. Der Free Cashflow lag im ersten Halbjahr 2026 bei minus 1,6 Mrd. EUR, nach minus 1,3 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum.

Große Fortschritte bei der „Winning Ways“-Strategie erzielt

Im Februar hatte BASF die Prioritäten für 2026 vorgestellt. „Wir kommen dabei sehr gut voran und setzen unsere ‚Winning Ways‘-Strategie erfolgreich um“, sagte Kamieth: „Wir haben unsere Kosten gesenkt, die Investitionsausgaben reduziert und die Auslastung unserer Anlagen erhöht. Unser Team in Zhanjiang hat den neuen Verbundstandort erfolgreich angefahren. Und wir sind bei unseren wertsteigernden Portfolio-Maßnahmen mit dem Verkauf unserer Coatings-Aktivitäten einen entscheidenden Schritt weiter.“

BASF verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit konsequent. Kamieth: „Wir haben das Tempo noch einmal erhöht, um unsere Organisation schlanker und effizienter aufzustellen. Im ersten Halbjahr 2026 haben wir mehr Stellen abgebaut als in den beiden Vorjahren zusammen.“ Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 hat BASF die Zahl der Mitarbeitenden weltweit um rund 7.000 reduziert. Darin nicht enthalten sind Personalrückgänge infolge von Devestitionen sowie der Personalaufbau am Verbundstandort in Zhanjiang. Zudem senkte das Unternehmen im Mai 2026 die Zahl der Vollzeitstellen (FTE) bei BASF in Ludwigshafen erstmals seit dem Jahr 1954 auf unter 30.000. „Dies ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um den Standort wieder wettbewerbsfähig zu machen“, so Kamieth.

Auch bei der notwendigen Restrukturierung der Anlagen in Ludwigshafen wurde viel erreicht. Seit 2024 ist der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten am Standort von 78% auf 88% gestiegen. Außerdem hat sich die Auslastung der Anlagen durch Lieferunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten verbessert.

Ausblick 2026 für die BASF-Gruppe

BASF hat ihre Annahmen zu den weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Jahr 2026 wie folgt angepasst (bisherige Annahmen aus dem BASF-Bericht 2025 in Klammern):

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: 2,5% (2,7%)
  • Wachstum der Industrieproduktion: 2,0% (2,3%)
  • Wachstum der Chemieproduktion: 1,8% (2,4%)
  • US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,17 USD/EUR (1,20 USD/EUR)
  • Ölpreis der Sorte Brent von 80 USD/Barrel im Jahresdurchschnitt (65 USD/Barrel)

 

Die im BASF-Bericht 2025 veröffentlichte Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe für das Geschäftsjahr 2026 wurde vor dem Hintergrund der besser als erwarteten Geschäftsentwicklung angepasst (bisherige Prognose aus dem BASF-Bericht 2025 in Klammern):

  • EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 Mrd. EUR und 7,7 Mrd. EUR (6,2 Mrd. EUR bis 7,0 Mrd. EUR)
  • Free Cashflow zwischen 1,5 Mrd. EUR und 2,3 Mrd. EUR (unverändert)
  • CO2-Emissionen zwischen 17,2 Mio. Tonnen und 18,2 Mio. t (unverändert)

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