13.03.2017 • Themen

Internationaler Austausch von Ideen, Erkenntnissen und Wissen

Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstands, Wacker Chemie AG
Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstands, Wacker Chemie AG

Die 25 Jahre, die der CHEManager seit seinem ersten Erscheinen unsere Branche begleitet, waren Jahre, die ganz im Zeichen der Globalisierung standen. Seit den 1990er Jahren hat sich die Weltwirtschaft in einem noch nie dagewesenen Maße vernetzt. Handelsschranken fielen, Märkte öffneten sich – zum Wohle aller Beteiligten. Zwischen 1990 und 2014 hat sich der Welthandel verfünffacht und das Pro-Kopf-Einkommen um den Faktor 2,5 erhöht.

Auch für die Wacker Chemie AG waren diese 25 gute Jahre, in denen wir große neue Werke in China, Korea, Singapur und den USA errichtet haben. Mit unserem Investitionsprogramm haben wir seit der Jahrtausendwende auf die Zeitenwende in der Weltwirtschaft reagiert. Mittlerweile machen wir 87 % unseres Umsatzes außerhalb unseres Heimatmarktes Deutschland. Unser größter Absatzmarkt befindet sich in der Region Asien, die für gut 40 % des Umsatzes verantwortlich zeichnet. Die Bilanz der Globalisierung fällt für unsere Industrie, aber auch für die Verbraucher auf allen Märkten der Welt positiv aus.

Umso bedenklicher ist es, dass neuerdings die Skepsis gegenüber der Globalisierung wächst. 2016 wird als ein Jahr des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs in Erinnerung bleiben. Erstarkender Populismus und nationale Abschottungstendenzen stellen sicher geglaubte Grundüberzeugungen in Frage. Dazu gehört auch die Abkehr vom Prinzip des freien Handels.

Wenn Protektionismus und Handelsbarrieren jetzt wieder hoffähig werden, dann betrifft uns das in zweierlei Hinsicht: als Verantwortliche für einen international agierenden Konzern und ganz persönlich als Chemiker. Denn Naturwissenschaftler wissen in besonderem Maße, wie wichtig der internationale Austausch von Ideen, Erkenntnissen und Wissen für den Fortschritt ist. Das gilt für den Handel in gleicher Weise. Der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Informationen fördert den Wohlstand weltweit.

Zu diesem freien Austausch von Informationen hat der CHEManager in den letzten 25 Jahren beigetragen – als ein international verbreitetes Fachmedium, das von Anfang an nicht nationale Märkte, sondern eine global agierende Grundlagenindustrie zum Gegenstand seiner Berichterstattung gemacht hat. Ich gratuliere dem CHEManager ganz herzlich zum ersten Vierteljahrhundert seines Erscheinens und wünsche ihm viele weitere erfolgreiche Jahre.

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