Lanxess trennt sich von letztem Polymergeschäft

Lanxess hat einen Vertrag zum Verkauf seiner Geschäftseinheit Urethane-Systems an das japanische Unternehmen UBE Corporation unterzeichnet. Der Unternehmenswert beträgt 460 Mio. EUR mit einem erwarteten Verkaufserlös von rund 500 Mio. EUR.

Mit dem Verkauf schließt Lanxess den Ausstieg aus dem Polymergeschäft ab, das noch auf Geschäftseinheiten der ehemaligen Bayer Polymers zurückgeht. Im Jahr 2004 hatte Bayer im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung etwa ein Drittel seiner Polymergeschäfte sowie den größten Teil seines Chemiegeschäfts in das neu gegründete Unternehmen Lanxess ausgegliedert. 2016 gründete Lanxess für seine synthetischen Kautschuke zusammen mit Saudi Aramco ein Joint Venture unter dem Namen Arlanxeo und verkaufte später seinen Anteil an Saudi Aramco. Im vergangenen Jahr brachte Lanxess seinen Geschäftsbereich High Performance Materials zusammen mit der DSM-Sparte Engineering Materials in das gemeinsam mit Advent International gegründete Gemeinschaftsunternehmen Envalior ein. Der Großteil des ehemaligen Bayer-Kunststoffgeschäfts hingegen wurde in den Teilkonzern Bayer MaterialScience überführt, der später in Covestro umbenannt wurde. Mit der jetzigen Vereinbarung zwischen Lanxess und UBE und der ebenfalls angekündigten Übernahme von Covestro durch ADNOC gehen die früheren Bayer-Kunststoffgeschäfte nun fast vollständig an ausländische Eigentümer.

Das Urethane Systems Geschäft von Lanxess umfasst fünf Produktionsstandorte weltweit sowie anwendungstechnische Labore in den USA, Europa und China. UBE wird sämtliche Betriebe mit insgesamt rund 400 Mitarbeitern übernehmen. Das Urethane-Systems-Geschäft generierte in den letzten 12 Monaten bis Juni 2024 einen Umsatz von rund 250 Mio. EUR.

Urethane Systems zählt zu den weltweit führenden Herstellern in der Polyurethan (PU)-Industrie. Polyurethane sind vielseitige Kunststoffe oder Kunstharze, die eine gewisse Härte haben und Gummi oder sogar Metall ersetzen können. Sie werden in fast allen Industrien eingesetzt, u.a. in der Bauindustrie, der Metallverarbeitung, die Farb- und Lackindustrie aber auch für Reifen und Räder wie bspw. für Achterbahnen. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf Low-Free-Präpolymeren. Sie haben einen besonders niedrigen Anteil an freiem monomeren Diisocyanat. Lanxess ist der Erfinder und erste kommerzielle Anbieter dieser Präpolymere mit weniger als 0,1 % freiem Diisocyanat.

Der Kölner Spezialchemiekonzern wird die Verkaufserlöse zur Reduzierung der Nettoverschuldung verwenden. „Der Verkauf von Urethane Systems ist ein weiterer Meilenstein unserer zügigen Transformation hin zu einem reinen Spezialchemieunternehmen, denn wir trennen uns vom letzten verbliebenen Polymergeschäft in unserem Portfolio. Wir sind überzeugt, dass sich dem Urethane-Geschäft unter dem Dach von UBE deutlich erweiterte Wachstums- und Entwicklungsperspektiven eröffnen“, erläutert Lanxess-CEO Matthias Zachert.

Die Transaktion unterliegt noch dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden. Der Vollzug wird im ersten Halbjahr 2025 erwartet.

Polyurethane-Präpolymere von Lanxess werden unter den Markennamen Adiprene und...
Polyurethane-Präpolymere von Lanxess werden unter den Markennamen Adiprene und Vibrathane verkauft. Sie werden u.a. für Achterbahnräder eingesetzt. Durch die hohen mechanischen Belastungen muss das Material langlebig sein und darf nur einen geringen Abrieb aufweisen. © Lanxess

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