14.02.2013 • News

Ionische Flüssigkeiten zur Zelluloseverarbeitung

Ionische Flüssigkeiten zur Zelluloseverarbeitung. Zellulose ist ein nachwachsender Rohstoff, der vielfältig industriell genutzt wird. Bei der Nutzung gibt es jedoch ein Problem: Zellulose ist absolut unlöslich in Wasser und den meisten gängigen Lösungsmitteln.

Deshalb haben Forscher des Instituts für Technische Chemie und Umweltchemie und des Kompetenzzentrums Polysaccharidforschung der Universität Jena sowie der Ostthüringischen Materialprüfgesellschaft für Textil und Kunststoffe ein gemeinsames Forschungsprojekt ins Leben gerufen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Forschungsvorhaben in den kommenden anderthalb Jahren mit rund 460.000 E. In diesem Projekt wollen die Wissenschaftler ionischen Flüssigkeiten für die Verspinnung der Zellulose zu Fasern untersuchen.

Im Gegensatz zu konventionellen organischen Lösungsmitteln bestehen ionische Flüssigkeiten vollständig aus Ionen.

Diese haben den großen Vorteil, dass sie nicht verdampfen und deshalb keine explosiven Gasgemische bilden. Neben dem Sicherheitsaspekt haben die Kooperationspartner auch das Recycling der Lösungsmittel nach der Zelluloseverarbeitung im Blick.

Neben diesen praktischen Vorteilen eröffnet der Einsatz ionischer Flüssigkeiten als Lösungsmittel zur Zelluloseverarbeitung aber auch völlig neue Möglichkeiten der chemischen Modifizierung.

So ist mittels ionischer Flüssigkeiten beispielsweise die vollständige Acetylierung der Zellulose möglich. Diese und andere chemische Modifizierungen der Struktur der Zellulose und die damit einhergehenden Änderungen ihrer Eigenschaften erlauben die Herstellung von pharmazeutischen Produkten, Lebensmitteln und Baustoffen.


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