AstraZeneca nimmt Lungenkrebsmedikament vom Markt

AstraZeneca stellt den Vertrieb des Lungenkrebsmedikamentes Osimertinib in Deutschland mit sofortiger Wirkung ein. Das pharmazeutische Unternehmen zieht damit Konsequenzen aus der frühen Nutzenbewertung: Nach dem negativen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist absehbar, dass es nicht zu einer Einigung auf einen akzeptablen Erstattungspreis mit dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV) kommen kann. „Wir bedauern diese Entscheidung. Unter den aktuellen Umständen ist ein Marktverbleib jedoch nicht möglich“, sagt Geschäftsführer Dirk Greshake. „Die bestätigende Phase-III-Studie hat den primären Endpunkt erreicht, diese werden wir im nächsten Jahr zur Neubewertung einreichen.“ Osimertinib bleibt weiterhin in Deutschland zugelassen und steht in anderen europäischen Ländern zur Verfügung.

Vor dem Hintergrund, dass sowohl die amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) als auch die European Medicines Agency (EMA) Tagrisso aufgrund herausragender Daten frühzeitig zugelassen haben, ist die G-BA Entscheidung für den Hersteller schwer nachvollziehbar. „Die G-BA Entscheidung steht im Kontrast zur klinischen Wirklichkeit, wo Daten und Praxis eine hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Osimertinib belegen“, so Greshake. „Medikamente wie dieses preislich auf die gleiche Ebene wie Chemotherapien zu setzen, erscheint uns nicht angemessen.“

In der Preisverhandlung für Wirkstoffe ohne Zusatznutzen stellen nach SGB V die Jahrestherapiekosten der zweckmäßigen Vergleichstherapie die Obergrenze dar. In diesem Fall würde das bedeuten, dass für Osimertinib als hochwirksame zielgerichtete innovative Therapie, die einen hohen medizinischen Bedarf adressiert, maximal ein Preis auf dem Niveau unselektiver Chemotherapien, die größtenteils bereits generisch und seit mehr als 20 Jahren im Markt sind, vereinbart werden könnte.

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