23.10.2012 • News

Vortrag: "Wohin steuert Europas Wissenschaft?"

Vortrag: "Wohin steuert Europas Wissenschaft?"

Mit der Frage „Wohin steuert Europas Wissenschaft?“ stand Ende November ein politisch brisantes Thema im Mittelpunkt der Jahresfeier der Göttinger Akademie. Prof. Gottfried Schatz, von 2000 bis 2003 Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats, warnte vor einer „Krise der Europäischen Wissenschaft“. Für Schatz ist innovative Forschung „intuitiv, kaum planbar, voller Überraschungen und manchmal sogar chaotisch – genauso wie innovative Kunst.“ Er kritisierte, dass die Europäer auch bei den Wissenschaften vor allem den Kommerz im Blick hätten und Kreativität in der Forschung verhinderten, indem sie die Gelder neuerdings über Forschungsprogramme verteilten, die den Wissenschaftlern von vornherein ein Ziel vorschrieben.

Als „trauriges Beispiel“ für die Steuerung der Forschung in der Europäischen Union nannte er die Brüsseler Wissenschaftsbürokratie. Er kritisierte die Planung eines „European Institute of Technology“, eines Netzes von 25 Instituten, das der Vormachtstellung der USA Paroli bieten solle.

Die so genannten Eliteinstitute müssten politisch korrekt nach den Regeln des Proporzes über die Mitgliedstaaten der EU verteilt sein, was mit Qualität nicht viel zu tun habe. Der frühere Professor für Biochemie an der Universität Basel forderte eine finanzielle Förderung der besten Köpfe, die für eine „angemessene Zeit frei denken und forschen“ können sollten.

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