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Covestro steigert Absatzmengen und treibt Transformation voran

26.02.2025 - Trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds hat Covestro im Geschäftsjahr 2024 seine Transformation konsequent fortgesetzt. Durch gezielte Maßnahmen für eine höhere Anlagenverfügbarkeit konnte das Unternehmen weltweit mehr Mengen absetzen.

Der Umsatz von Covestro sank vor allem aufgrund niedriger Verkaufspreise um 1,4% auf 14,2 Mrd. EUR (Vorjahr: 14,4 Mrd. EUR). Das EBITDA blieb mit –0,8% stabil bei 1,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,1 Mrd. EUR) und lag damit im erwarteten Rahmen. Das Konzernergebnis belief sich auf –266 Mio. EUR (Vorjahr: –198 Mio. EUR), der Free Operating Cash Flow (FOCF) erreichte 89 Mio. EUR (Vorjahr: 232 Mio. EUR). Der ROCE über WACC lag bei –7,4%punkten (Vorjahr: –6,1%punkte). Die Treibhausgasemissionen reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,7 Mio. t CO₂-Äquivalente (Vorjahr: 4,9 Mio. t). Hauptgründe hierfür waren geringere Emissionsfaktoren an den Produktionsstandorten Leverkusen, Dormagen, Uerdingen und Brunsbüttel (Deutschland) und am Produktionsstandort Baytown, Texas (USA).

„Wir haben unseren Kurs im Jahr 2024 konsequent gehalten und unsere Transformation mit voller Kraft vorangetrieben – und das trotz der Herausforderungen, denen die gesamte chemische Industrie erneut gegenüber stand,“ sagt Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro. „Besonders die Verbesserung unserer Anlagenverfügbarkeit hat es uns ermöglicht, unsere Absatzmengen signifikant zu steigern. Diesen Weg setzen wir entschlossen fort. Mit gezielten Investitionen in unsere Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Zukunftstechnologien schaffen wir die Basis für langfristiges Wachstum.“

Investitionen in Produktion, Kreislaufwirtschaft und Effizienz
Ein zentraler Bestandteil der Transformation von Covestro ist die Stärkung der Produktionskapazitäten. So hat das Unternehmen 2024 unter anderem bestehende Anlagen in Baytown (USA), Schanghai (China) und Tarragona (Spanien) optimiert. In der TDI-Anlage Dormagen (Deutschland) wurden zudem weitere Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und damit der Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion vorgenommen. Zudem hat Covestro erst kürzlich bekanntgegeben, einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in die Erweiterung seines Standorts Hebron, Ohio (USA) zu investieren. Ziel ist es, die Produktionskapazitäten differenzierter Polycarbonate im Segment Solutions & Specialties zu erweitern. Der Baubeginn ist für 2025 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2026.

Parallel dazu setzt Covestro den Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft gezielt weiter um. 2024 sicherte sich das Unternehmen durch einen langfristigen Stromabnahmevertrag (PPA) mit bp Zugang zu erneuerbarer Energie aus einem spanischen Solarpark. Dadurch steigt der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von Covestro in Spanien von 10 auf 30% und senkt die CO₂-Emissionen um rund 16.000 t/a. Zudem investiert Covestro weltweit 100 Mio. EUR in Innovationszentren für Forschung & Entwicklung. Neben diesen gezielten Wachstumsinitiativen setzt Covestro außerdem auf eine konsequente Optimierung interner Prozesse. Im Rahmen seines Transformationsprogramms „Strong“ will Covestro so durch Digitalisierung und strukturelle Anpassungen bis 2028 weltweit jährlich 400 Mio. EUR einsparen.

„Wir können die externen Marktbedingungen nicht beeinflussen – aber unseren Umgang damit,“ sagt Christian Baier, Finanzvorstand von Covestro. „Deshalb haben wir 2024 genutzt, um unsere Prozesse effizienter zu gestalten und uns noch widerstandsfähiger aufzustellen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch 2025 werden wir unsere Strukturen weiter optimieren und Covestro so fit für die Zukunft machen.“

Aufgrund des negativen Konzernergebnisses und in Einklang mit der Dividendenpolitik von Covestro wird – wie bereits im Vorjahr – keine Dividende für das Geschäftsjahr 2024 ausgeschüttet.

Übernahmeangebot der ADNOC Gruppe erfolgreich
Nach konkreten Verhandlungen hat Covestro am 1. Oktober 2024 eine Investitionsvereinbarung mit Unternehmen der ADNOC-Gruppe, darunter die ADNOC International Germany Holding („Bieterin“), eine hundertprozentige indirekte Tochtergesellschaft der XRG P.J.S.C. (vormals ADNOC International Limited, zusammen mit der Bieterin und anderen Unternehmen der ADNOC-Gruppe „XRG“), eine Investitionsvereinbarung unterzeichnet. Am 25. Oktober 2024 hat die Bieterin allen Aktionärinnen und Aktionären der Covestro AG ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot („Übernahmeangebot“) über 62 EUR je Covestro-Aktie unterbreitet. Nach dem Ende der weiteren Annahmefrist am 16. Dezember 2024 hat XRG am 19. Dezember 2024 bekanntgegeben, dass das Übernahmeangebot für insgesamt 154.541.806 Aktien von Covestro angenommen wurde. Gemeinsam mit bereits zuvor seitens XRG erworbenen Aktien entspricht dies zum vorgenannten Meldestichtag einem Anteil von 91,3% des bestehenden Grundkapitals von Covestro. Aufgrund nachfolgender weiterer Erwerbe von Covestro-Aktien beläuft sich der prozentuale Anteil von XRG an dem am Jahresende 2024 bestehenden Grundkapital von Covestro auf 91,58%.

XRG sieht in Covestro einen zentralen Baustein für sein Performance Materials- und Spezialchemie-Geschäft und teilt die strategische Vision einer vollständigen Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft. Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt in XRGs Strategie, eines der fünf größten Chemieunternehmen weltweit zu werden.

Das Übernahmeangebot unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen in Bezug auf fusionskontrollrechtliche, außenwirtschaftsrechtliche und EU-drittstaatensubventionsrechtliche Freigaben. Der Vollzug der Transaktion ist nicht vor der zweiten Hälfte des Jahres 2025 zu erwarten.

Ausblick 2025: EBITDA zwischen 1,0 und 1,6 Mrd. EUR erwartet
Auch für das Jahr 2025 geht Covestro von anhaltend wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen aus. Vor diesem Hintergrund rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr mit einem EBITDA zwischen 1,0 und 1,6 Mrd. EUR. Für den FOCF erwartet Covestro einen Wert zwischen 0 Mio. und 300 Mio. EUR und für den ROCE über WACC einen Wert zwischen –6% und –2%. Für die Treibhausgasemissionen Scope 1 und Scope 2 an den umweltrelevanten Standorten von Covestro, gemessen an CO2-Äquivalenten, rechnet der Konzern mit einem Wert zwischen 4,2 Mio. t und 4,8 Mio. t. Für das erste Quartal 2025 erwartet der Konzern ein EBITDA zwischen 50 Mio. EUR und 150 Mio. EUR.

Umsatzsteigerung bei Performance Materials; Solutions & Specialties durch rückläufige Preise belastet
Der Umsatz im Segment Performance Materials stieg auf 7,0 Mrd. EUR (Vorjahr: 6,9 Mrd. EUR). Während sich eine erfolgreiche Volumenerholung mit 12% umsatzerhöhend auswirkte, belastete eine schwache Marktlage mit Angebotsüberhang jedoch die Verkaufspreise und Margen. Das EBITDA sank um 1,2% auf 569 Mio. EUR (Vorjahr: 576 Mio. EUR), der FOCF verringerte sich auf 78 Mio. EUR (Vorjahr: 162 Mio. EUR).

Das Segment Solutions & Specialties verzeichnete einen Umsatzrückgang um 3,6% auf 7,0 Mrd. EUR (Vorjahr: 7,3 Mrd. EUR), bedingt durch niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise einhergehend mit niedrigeren Rohstoffpreisen. Das EBITDA sank um 9,4% auf 740 Mio. EUR (Vorjahr: 817 Mio. EUR). Grund hierfür war neben gesunkenen Margen ein entfallener positiver Einmaleffekt aus dem Vorjahr durch den 2023 erfolgten Verkauf des Additive-Manufacturing-Geschäfts. Zudem wirkten sich Aufwendungen zur Umsetzung des gestarteten Transformationsprogramms Strong ergebnismindernd aus. Der FOCF des Segments verringerte sich um 24,3% auf 417 Mio. EUR (Vorjahr: 551 Mio. EUR).

Viertes Quartal 2024 mit positivem EBITDA und Cashflow
Der Umsatz von Covestro stieg im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9% auf rund 3,4 Mrd. EUR (Vorjahr: 3,3 Mrd. EUR). Das EBITDA erhöhte sich um 44,7% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 191 Mio. EUR (Vorjahr: 132 Mio. EUR). Der FOCF lag bei 253 Mio. EUR und damit um 246,6% höher als im Vorjahreszeitraum (Vorjahr: 73 Mio. EUR).

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